Ushuaia / Terra del Fuego
Am Morgen packen wir und gehen in die „Disko” von gestern zum Frühstück. Mit dem Taxi fahren wir dann am Vormittag zum Jorge-Newberry-Flughafen. Jetzt sehen wir Buenos Aires ganz kurz bei Tageslicht, herrlichster Sonnenschein und T-Shirt-Wetter. Mittags startet unser Flug in Richtung Terra del Fuego - Feuerland. Nach dem Start mit gutem Blick auf die riesige Stadt wird es etwas unspektakulärer, denn wir fliegen die meiste Zeit in den Wolken. Kurz vor der Landung haben wir aber eine tolle Sicht auf die Berge und Fjorde rund um Ushuaia. Jetzt sind wir auf Feuerland, in der südlichsten Stadt und somit am Ende der Welt. Die Farben beim Sonnenuntergang erinnern uns schwer an Island.
Da wir nicht wie erwartet vom Hostel abgeholt werden, nehmen wir ein Taxi. Von unserem Zimmer im Los Cormoranes sind wir sofort begeistert. Das Hostel liegt am Hang und wir haben durch unser 3½m breites Fenster einen super Blick in die Bucht von Ushuaia.
Am Abend fällt uns ein, dass morgen Sonntag ist. So organisieren wir ganz schnell kurz vor Ladenschluss noch die Bustickets für unsere Weiterfahrt am Montag Morgen Richtung Norden. Danach gehen wir in ein nettes, kleines Restaurant, wo wir Muscheln und Tintenfischringe verspachteln. Da hier heute Empenadas-Tag (Teigtaschen mit Fleisch oder Gemüsefüllung) ist bekommen davon auch gleich noch paar auf den Tisch gestellt. Wir werden vom Chef des Hauses mit Händedruck verabschiedet. Sehr urig!
Der neue Tag erwartet uns mit einem schönen Sonnenaufgang. Der kommt aber relativ spät, denn es ist kurz vor neun. Dann machen wir uns nach einem großen Omelett auf zur See. Wir buchen uns auf einem der Ausflugsboote zum Beagle Kanal ein. Zusammen mit der Besatzung sind wir 10 Leute aus aller Herren Länder. Wir fahren durch die weite Bucht von Ushuaia raus zu einem von über und über mit Seelöwen bedeckten Felsen. Das Wetter spielt heute sehr gut mit und wir haben eine sehr ruhige See. So kommen wir sehr nah an die kleine Insel heran. Danach fahren wir zum südlichsten Punkt unserer Reise, dem Faro Les Eclaireurs, einem Leuchtturm auf einer kleinen Insel. Die nächste Insel, die wir ansteuern, ist übersät mit Kormoranen und Möwen. Auf der vierten kleinen Insel im Kanal machen wir einen kurzen Landgang und erfahren etwas über die Ureinwohner Feuerlands, die hier lebten.
Nach 3½ Stunden sind wir wieder zurück. Wir überlegen uns, wie wir den Nachmittag am besten nutzen könnten. Wir haben Glück und fahren mit dem letzten Bus um 2 in den Nationalpark Bahia Lapataia. Hier haben wir gute zwei Stunden Zeit zum Rumwandern, bevor der wartende Bus um fünf wieder zurückfährt. Wir versuchen die Wandertipps vom Busfahrer auf Spanisch zu verstehen. Er setzt uns an der Bucht ab, von wo wir zur Busstation laufen. Wir treffen einen Feuerlandfuchs, der sich von uns überhaupt nicht stören lässt. Die Landschaft mit den herbstlich gefärbten Südbuchen ist genial. Wir kommen an zwei Seen vorbei und laufen den Rio Lapataia entlang.
Abends kehren wir noch in einer kleinen Pizzeria ein.
Der Wecker klingelt sehr früh. Unser Bus Richtung Punta Arenas in Chile soll um fünf losfahren. Das tut er dann auch. Die Sitze sind unheimlich eng und es ist stickig im Bus. Die Aussicht, die nächsten zehn Stunden so zu verbringen sind nicht gerade prickelnd. Es stellt sich aber raus, dass dies nur der Zubringer ist. Nach zwei Stunden werden wir in Rio Grande in den richtigen, bequemen Bus umgeladen. Jetzt passt auch unsere Sitznummer und es gibt sogar Sandwiches und Kaffee. Wir fahren nun durch den flachen, eher kargen Teil von Feuerland, wo es außer Schafe nicht viel gibt. Der Grenzübergang nach Chile ist etwas zäh, da wir zweimal durch den Zoll müssen mit Rucksack durchleuchten und dem kompletten Programm. Dann dauert es nicht mehr lang, bis wir an der Magellanstraße am Nordzipfel von Feuerland mit der Fähre auf das Festland übersetzen. Das Wetter ist mittlerweile eher regnerisch. Kurz vor vier kommen wir dann in Punta Arenas an. Wir hatten bereits ein paar Hostels aus den Reiseführern rausgesucht und suchen die Adresse. Wir kommen bei Sebastian, einem Deutschen in der Hospedaje Magallanes unter. Hier treffen wir die zwei Deutschen aus dem Bus wieder, Patrick und Robert aus Leipzig. Am Abend quatschen wir noch über alles Mögliche bei Bier und Wein.


