Tagebuch Argentinien & Chile (Eintrag 7 von 8)

Salta

Dienstag, 25.05.2010

Nach dem Packen frühstücken wir im Hostel und kommen mit dem Sohn des Besitzers ins Gespräch. Obwohl er nur spanisch spricht, verstehen wir uns ganz gut. Naja, es geht um Themen, wie Pisco, Rum-Cola und Kater am Morgen usw. :-)

Um zehn startet unser Bus nach Salta. Die Tickets hatten wir schon am Samstag geholt. Nachdem am Sonntag der Pass wegen Schnee gesperrt war, fahren heute gleich zwei Busse. Nach 3 Minuten Fahrt stoppen wir an der Zollkontrolle, obwohl die Grenze noch 170km entfernt ist. Die Ausreise ist schon hier. Wir fahren ewig bergauf bis dann der Paso de Jama mit 4600m Höhe kommt. Die Landschaft ist karg aber doch farbenfroh und der Himmel blau nur einmal.

Irgendwann sind wir dann auf argentinischem Gebiet und die Grenzstation kommt. Wir werden von einer Schulklasse mit blau-weiß-blauen Plastikfähnchen beschenkt. Wenn das mal kein Empfang ist! Wir kriegen später mit, dass heute der 200. Jahrestag der Revolution und damit großer Feiertag ist. Dann führt die Straße in endlosen Serpentinen wieder bergab. Der Busfahrer kennt keine Freunde und überholt innerhalb von 5 Minuten 3 PKW, und das mitten in dem ganzen Gekurve. Trotzdem fühlen wir uns ganz gut und sicher.

Irgendwann kommen wir dann in die Ojo de Huancar. Das ist ein Salzsee mit den typischen Fünfecken aus Salzkristallen. Die Straße geht zwar nur kurz hindurch, aber das ist schon beeindruckend. Wenn die Sache mit dem Rucksack nicht passiert wäre, hätten wir vielleicht einen Abstecher in die Uyuni-Salzwüste nach Bolivien gemacht. So bekommen wir hier eine Idee, was uns erwartet landschaftlich hätte.

Nach einigen weiteren Stunden werden die Berge immer bunter. Im Gebiet von Purmamarca gibt es viele Mineralien, die den braunen Fels noch mit rot, grün, weiß oder gelb verfärben.

Abends gegen acht kommen wir in Salta an und checken im Hostal de Reina ein, klein, gemütlich und preiswert. Wir essen in einer der typischen Peña-Kneipen ein (Restaurant mit traditioneller Livemusik) und feiern noch etwas mit allen anderen den Tag der Revolution.

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Mittwoch, 26.05.2010

Nachdem wir ein Busticket nach Buenos Aires im Nachtbus für übermorgen gekauft haben, erkunden wir Salta zu Fuß. Nach einer großen Runde in der Innenstadt mit etlichen sehr schicken Kirchen gönnen wir uns einen kleinen Imbiss. Dann nehmen wir Anlauf für den Berg im Osten Saltas. Anstatt mit der Seilbahn zu fahren, nehmen wir den Weg über angeblich 1000 Stufen bis hoch zum Gipfel und der Statue des San Bernardo. Der Ausblick über die Stadt ist ganz nett von hier oben, aber viel Spannendes gibt es nicht, nur einen künstlichen Wasserfall und ein teures Café. So laufen wir wieder runter.

Am Abend landen wir in einem Asado-Grill. Das Essen ist zwar ok, kommt aber nicht an den Grill in El Calafate ran. Schmecken lassen wir es uns trotzdem.

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Donnerstag, 27.05.2010

Am Morgen werden wir von einem Tourveranstalter abgeholt. Wir wollen in die Weinregion um Cafayate, etwa 200km südlich von Salta. Es kommt allerdings kein Bus, sondern nur ein Auto. Wir sind nur eine Gruppe aus nur vier Leuten plus Guide. Die anderen beiden sind ein Pärchen aus Buenos Aires mit beachtlichem Altersunterschied. Es ist dann aber doch alles anders als erwartet, die beiden sind Vater und Tochter.

Wir fahren durch die saftig grüne Landschaft des Valle de Lerma. Dann geht es den Berg hoch und die Landschaft wird schnell karger. Dafür leuchten die Felsen in allen möglichen Farben. Alle paar Kilometer machen wir an besonders schönen Ecken Fotostopps. Gegen Mittag erreichen wir dann Cafayate, wo es erstmal in zwei Weinkellereien zur Verkostung geht. Ganz ehrlich gesagt, der Wein kommt nicht ganz an den chilenischen heran. Mittag essen wir dann in einem kleinen Restaurant im alten Ortskern. Wir kommen etwas mit den anderen beiden ins Gespräch, auch wenn das nicht ganz einfach ist mit unserem Spanisch und ihrem Englisch. Wir verstehen uns aber trotzdem.

Den nächsten Halt gibt es in Quilmes, einem alten Indianerdorf. Heute verwalten Nachfahren der Quilmes die archäologische Stätte und bieten Führungen an. Wir bekommen sogar recht viel von dem spanischsprachigem Führer mit. Dann geht es auch schon wieder die 250km zurück nach Salta. Unterwegs machen wir noch einige Fotostopps. Die Felsen leuchten in der untergehenden Sonne noch schöner.

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Freitag, 28.05.2010

Der Bus geht erst heute Nachmittag. So haben wir den Vormittag noch Zeit in das MAAM zu gehen, das Museo de Arqueologia de Alta Montana. Die Ausstellung befasst sich mit den Inkas und ihren Grabriten im Hochgebirge. Im Museum gibt es drei sehr gut erhaltene Mumien von Kindern, die vor 500 Jahren auf dem 6000m hohen Berg Llullaillaco geopfert wurden. Das Ganze ist nicht ganz unumstritten, aber doch sehr interessant.

Dann laufen wir wieder in Richtung Busbahnhof. Unser Bus hat Sitze, die sich später in 2m lange Liegeflächen umbauen lassen. Um 16:00 Uhr starten wir pünktlich auf die 1200km lange Strecke, die ca. 16 Stunden dauern soll. Allerdings bleibt der Bus nach einer Stunde mit einem Getriebeschaden liegen. Es dauert aber nicht lang, bis wir in den Ersatzbus umsteigen können. Der Bordservice ist besser als in jedem Flieger und die riesigen Ledersitze recht bequem. Die Nacht ist allerdings dann doch nicht so recht entspannend, denn durch das gleichmäßige Brummen des Motors wird man zwar müde, aber tief schlafen können wir doch nicht so richtig.

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