(03.12.2005) Das Outback
Auch wenn wir noch lange nicht fertig sind mit unserer Reise durch das Outback Australiens, haben wir auf jeden Fall schon genügend Kilometer gemacht, um hier mal was drüber zu schreiben.
Was das Outback an sich ist, weiß eigentlich keiner. Es gibt die Küste, wo die meisten Städte sind. Danach kommt der Busch. Normalerweise geht der hinter der Stadtgrenze los. Und irgendwann wird aus dem Busch das Outback. Das ist dann das fast menschenleere, endlose, unwirtliche Nichts.
Da wir unseren Townace nicht zu sehr quälen wollen, bleiben wir auf den Hauptstraßen. Diese sind asphaltiert und fast überall in spitzenmäßigen Zustand. Trotzdem bekommt man schon einen sehr guten Eindruck, was Outback heißt. Man fährt stundenlang monoton geradeaus. Ab und zu ändert sich die Landschaft rundherum ein wenig. Mal ist die Erde rot, mal etwas mehr grau oder gelb. Ab und zu gibt es ein paar dürre Bäume, dann wieder nur Spinifex-Gras oder einfach nur kargen Dreck. Ansonsten gibt es noch ein paar tote Känguruhs oder Kühe am Straßenrand, die den Road Trains zum Opfer gefallen sind. So richtig verlassen ist man dann aber trotzdem nicht, da dann doch alle paar Minuten ein Fahrzeug entgegenkommt. In Western Australia passiert dies aber auch schon deutlich seltener als zum Beispiel im Osten Australiens. Auf den Schotterpisten sieht es da schon anders aus und man sollte genügend Wasser, Essen, Reserveräder und Sprit dabeihaben.
Dann kommt mitten im Nirgendwo ab und zu doch mal ein Wegweiser zu einer Farm.
Stichwort Road Trains: Eine Zugmaschine, dann ein Sattelauflieger und noch zwei Hänger der gleichen Größe. Manchmal sind die Anhänger auch wieder Sattelauflieger, was dann bis zu vier Anhängerteilen ergibt. Das ganze steht bzw. rollt dann auf bis zu 22 Achsen oder anders gesagt auf 86 Rädern. So ein Geschoss kommt dann auf 53 Meter Länge und ein Gewicht jenseits der 100 Tonnen. (Nachtrag: Die offizielle Beschränkung für Road trains ist 53,5m Länge. Das Maximalgewicht ist 140t ohne (!) Zugmaschine. Diese muss übrigens mehr als 500PS haben.)
Da wir mit unserem Townace maximal 80km/h fahren, kommt es ab und zu vor, dass wir so ein Monster im Genick haben. Der Überholvorgang dauert dann auch ewig und man geht freiwillig vom Gas. Wenn einem ein Road Train entgegenkommt wird man auch erstmal abgebremst. Man fährt wie gegen eine Wand bestehend aus Luft.
Wo keine Städte sind kommt alle paar Kilometer (das heißt alle 50..200km) eine Tankstelle mit gepfefferten Preisen. Das ganze heißt dann Roadhouse und ist neben Tankstelle meistens noch Restaurant, Pub und Supermarkt zugleich. Manchmal ist dahinter auch gleich noch ein Caravan Park. Dann gibt es ab und zu noch ein paar Parkplätze bzw. Rest Areas. Die Ausstattung reicht von nur Mülltonne bis hin zu Toilette, Feuerstelle mit BBQ und manchmal einem Wassertank.
Was man noch im Outback zu spüren bekommt, ist die Sonne. Die meiste Zeit ist es brütend heiß. Unsere bisherige Rekordtemperatur liegt bei 44°C.
Trotz der Dürre ist jede Senke als „Floodway” gekennzeichnet. Brücken wären in der Regenzeit hier immer gefährdet. Deshalb baut man gar nicht erst eine Brücke, sondern führt die Straße einfach durch das ausgetrocknete Flussbett hindurch. Nach einer Flut ist dann maximal etwas Schlamm auf der Straße, aber kein Schaden. An der tiefsten Stelle steht ein Markierungspfahl für die Wassertiefe. Meistens ist dieser dann ein bis zwei Meter hoch. Dass diese Floodways nicht nur Show sind, haben wir schon bei Alice Springs gesehen.
Das längste Stück Outback ohne Kurven liegt allerdings noch vor uns, die Nullarbor Plain im Südwesten Australiens...

