Tagebuch Australien (Eintrag 20 von 98)

Eungella

Der Eungella Nationalpark, ca. 70km westlich von Mackay, beherbergt eines der ältesten und weitläufigsten subtropischen Regenwaldgebiete Australiens. Es wurde vor über 30.000 Jahren von anderen Regenwäldern abgeschnitten und hat somit eine ziemlich außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt zu bieten.

Donnerstag, 25.08.2005

Wir fahren von Mackay aus in Richtung Westen ins Pioneer Valley. Dort ist gerade Erntezeit für Zuckerrohr und wir müssen ab und zu an Bahnübergängen warten, wenn ein Zuckerrohrzug mit über 100 Anhängern im Schneckentempo vorbeikommt. Dann geht es einen Anstieg hinauf nach Eungella. Der Townace hat ganz schön zu kämpfen. Oben angekommen gibt es einen herrlichen Blick über das ganze Tal. Wir fahren weiter in den Nationalpark. Es ist noch zeitig am Nachmittag. Um so überraschter sind wir, dann doch auf Anhieb gleich drei Schnabeltiere anzutreffen. Normalerweise sind sie nur am Abend oder am frühen Morgen zu sehen und auch nur, wenn man nicht zu laut ist. Im Winter scheinen sie aber doch etwas aktiver zu sein.

Wir campen direkt vor dem Abhang mit einem herrlichen Blick. Da es doch wieder ziemlich kalt wird, verschwinden wir bei Zeiten im Auto.

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Freitag, 26.08.2005

Eungella ist Aboriginy und bedeutet „Land der Wolken”. Das sehen wir am Morgen. Direkt am Campingplatz zieht der Wind aus dem Tal hoch und das Wasser kondensiert zu Wolken. Wir frühstücken im Nebel. Um acht ist die Suppenküche aber weg und wir starten zum Nationalpark. Dort nehmen wir den Bus um ein Paar Kilometer zu fahren und die Strecke dann am Fluss zurückzulaufen. Vorher schauen wir nochmal an der Platypus-Plattform vorbei und sehen neben etlichen Wasserschildkröten auch wieder drei Schnabeltiere. Die Wanderung durch den Regenwald ist sehr angenehm. Man kann sich vorstellen, dass die Welt vor einigen Millionen Jahren so ausgesehen haben könnte, überall Baumfarne, kleinere Farne, Palmen, ...

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Sonnabend, 27.08.2005

Heute schauen wir beim Sonnenaufgang mal kurz aus dem Auto, um zu sehen, dass es wieder nicht viel zu sehen gibt. Draußen ist es wieder neblig. Wir können uns also noch mal rumdrehen...

Am Vormittag fahren wir dann zur Finch Hatton Gorge, einer Schlucht mit netten Wasserfällen und einem Wanderweg. Dort erwartet uns heute neben einer herrlichen Regenwaldlandschaft wieder sehr ausgefallenes Getier. Wir sehen einen ca. 13cm großen Frosch. Allerdings sind wir uns nicht sicher, ob es ein „Eungella Gastric Brooding Frog” (Magenbrüterfrosch) ist. (Dieser bewahrt seine Jungen im Magen auf und spuckt sie dann einfach aus...) oder doch nur die nach Australien eingeschleppte Cane Toad.

Dann gibt es neben etlichen kleinen Eidechsen noch eine Schlange, ca. 20..30cm lang und braun. Hier halten wir mal lieber Abstand. Nachdem wir dann die Wanderung beendet haben, läuft uns noch ein Waran (ca. 1,20m lang) über den Weg. Es ist echt alles unglaublich...

Am Nachmittag fahren wir dann weiter in den Cape Hillsborough National Park.

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