Tagebuch Australien (Eintrag 26 von 98)

Whitsunday Islands

Wir haben bereits in Noosa einen Trip auf die Whitsunday Islands gebucht. Erst hatten wir zwar überlegt, ob wir uns das nicht sparen, aber nachdem so ziemlich jeder davon geschwärmt hat, hatten wir uns dann doch entschlossen. Naja, und wenn, dann richtig! Wir haben eine Tour über 3 Tage / 2 Nächte auf der „Anaconda II” gebucht. Das ist ein 25m langer Zweimaster und damit die wohl größte Fiberglas-Yacht der Welt. (Das haben die uns zumindest erzählt...) Das Schiff war früher auf zwei Weltumsegelungen und etlichen Rennen dabei. Es sind vier Mann Besatzung (Skipper, 2 Deck Hands und die Köchin) an Board. (Der Skipper war auch Crew-Mitlied bei der ersten Regatta 1979.) Dazu kommen dann noch wir, das heißt 6 Deutsche, 4 Engländer, 3 Franzosen, 2 Norweger und ein Schweizer.

Donnerstag, 08.09.2005

Gegen neun Uhr laufen wir bei herrlichstem Wetter aus. Jeder sucht sich ein Plätzchen an Deck und dann wird erst einmal nur genossen. Die Sonne scheint, guter Wind und die schönste Aussicht... Der Wellengang und die Schräglage der Yacht ist nicht von schlechten Eltern. Es haben auch zwei drei Leute etwas Schwierigkeiten damit und werden etwas seekrank.

Gegen Mittag gehen wir dann vor Anker. Es gibt erstmal ein sehr ausgiebiges Essen. Anschließend geht es zum ersten Schnorchelgang. (Man soll zwar nicht nach dem Essen baden gehen, aber was soll’s...) Was wir zu sehen bekommen, kann man nicht in Worte fassen. Die herrlichste Unterwasserwelt, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, nur halt in echt! Unzählige Fische, Korallen, tiefblaues Wasser, eine völlig neue Welt...

Nach der Abkühlung segeln wir weiter nach South Molle Island. Dort ist ein Pub, wo es das Abendessen gibt. An diesem Abend geht es feuchtfröhlich bis ca. eins bevor wir uns in die Kojen schmeißen.

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Freitag, 09.09.2005

Allzu lange schlafen wir nicht, weil wir halb 6 wieder ablegen. Es gibt nur sehr wenig Wind und so fahren wir mit Dieselantrieb. Unsere Koje ist neben dem Maschinenraum...

Halb neun ankern wir am Whitehaven Beach, einem Strand, an dem man locker jede Bounty- oder Bacardi-Werbung drehen könnte. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, Sonne ohne Ende...

Die Zeit vergeht wie im Flug und es heißt schon wieder Ablegen und Mittagessen. Danach geht es wieder bei ordentlich Wellengang und hart am Wind in Richtung offene See. Das Wetter wird jetzt etwas schlechter und es kommen sogar ein paar Regentropfen.

Zurück in Inselnähe sollen wir dann nochmal schnorcheln. Da es doch recht kalt ist, hat kaum einer Lust dazu. Aber wir sind ja nicht jeden Tag hier. Ab ins Wasser! Es gibt zwar weniger Korallen, dafür aber mehr Fische zu sehen. Höhepunkt ist eine große Meeresschildkröte, ca. 1m groß, die nur wenige Meter entfernt vorbeischwimmt.

Nach einem sehr leckeren Abendessen geht es heute etwas ruhiger zu. Die meisten sitzen an Deck und genießen die Welt. Es wird natürlich auch wieder viel getrunken und gelacht. :-)

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Sonnabend, 10.09.2005

Wir sind wieder früh auf den Beinen. Eine Bucht neben unserem Nacht-Ankerplatz gehen wir wieder Schnorcheln. Wir haben etwas Toastbrot mit dabei. So bekommen wir einen ca. ein Meter langen Napoleonfisch (Hump-headed Maori Wrasse) direkt vor die Taucherbrille. Sehr beeindruckend!

In langsamer Fahrt geht es dann zu einem weiteren wunderschönen Strand. Mit Tauchermaske und Handtuch werden wir mit dem Beiboot abgesetzt. Die Unterwasserwelt ist wieder atemberaubend. Einige sehen einen Rochen, andere einen kleinen Hai. Wir schwimmen etliche Meter mit einer Meeresschildkröte, in kürzester Entfernung, zum Greifen nah.

Danach geht es auch schon wieder auf den Heimweg, allerdings nur mit halben Segeln und sehr gemütlich. Wir bezweifeln, dass wir überhaupt Fahrt machen. Der Skipper meint, wir sollen vorn ins Wasser springen, uns am Boot vorbeitreiben lassen und dann hinten wieder die Leiter hochkommen. Das machen wir natürlich glatt. Lustige Sache und die Yacht ist doch verdammt schnell...

Gegen halb vier laufen wir wieder in den Hafen von Airlie Beach ein.

Am Abend treffen wir uns dann nochmal alle im Pub auf etwas mehr als ein Bier und machen dann das Nachtleben von Airlie noch etwas unsicher...

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Zusammenfassung

Der Segeltrip war zwar schweineteuer, hat sich aber total gelohnt. Gutes Wetter, lustige Gruppe, schöne Yacht, leckeres Essen, was will man mehr? Die ersten Erfahrungen unter Wasser waren das größte.

Die Farben und die Vielfalt unter Wasser ist einfach Wahnsinn. Was vielleicht etwas gefehlt hat, war noch etwas mehr Information von der Crew über das Riff, das Segeln, usw. Dafür haben die Trips in dieser Preisklasse aber wahrscheinlich zu sehr den Ruf von Party weg.

Alles in allem war es aber Spitze. :-)

Tagebuch Australien (Eintrag 26 von 98)