Tagebuch Australien (Eintrag 32 von 98)

Tauchkurs

Wir haben lange verglichen und gesucht. Tauchen lernen ist teuer, das ist nix Neues. Wir haben uns dann auch nicht für das billigste Angebot entschieden. Wir wollen bei ProDive den Open Water Tauch-Schein machen. Das heißt, 2 Tage Klassenzimmer und Pooltraining, dann 3 Tage am Great Barrier Reef auf einem Boot. Wir brauchen 4 Tauchgänge für den Tauchschein und haben dann noch 5 weitere.

Vorbereitung
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Montag, 26.09.2005

Heute ist Vorbereitungstag. Wir wollen alles für den Tauchkurs klarmachen und heute schon mal die Lehrbücher abholen. Zufälligerweise ist gerade der Arzt im Tauchcenter und wir können gleich den medizinischen Check machen lassen. Neben Atemvolumen, Blutdruck und Gleichgewichtssinn wird noch die Fähigkeit zum Druckausgleich getestet. Ist aber alles kein Problem.

Was wir noch vorbereiten, hat zwar nichts mit dem Tauchkurs zu tun, aber wird auch gleich mit erledigt. Wir schaffen das Auto in die Werkstatt um es für das Outback etwas fit zu machen: neues Öl, Ölfilter, Luftfilter, Benzinfilter, Zündkerzen und dann noch Bremsen und Spur überprüfen lassen. Im Vergleich zu Deutschland kommen wir mit so einem Service-Check sehr günstig weg.

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Theorie und Pooltraining
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Dienstag, 27.09.2005

Heute geht es also los! Christian, unser Tauchlehrer ist ein ausgewanderter Deutscher. Die Gruppe besteht aus 9 Leuten aus Deutschland und Österreich.

Der Theorieteil ist nicht allzu anstrengend und besteht immer aus einem aus Lehrvideo und anschließendem Test.

Mittags kommt dann was Praktisches. Wir müssen unsere Ausrüstung zusammenbauen und checken. Dann heißt es, ab ins Wasser. Für den ersten Moment ist es ziemlich ungewohnt, seine Luft aus dem Lungenautomat zu bekommen. Es folgen ein paar Übungen mit dem ganzen Tauchequipment. Der Pool ist 4m und wir gehen das erste Mal etwas tiefer. Der Druckausgleich unter Wasser funktioniert besser als erwartet und ist viel einfacher als beim Schnorcheln.

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Mittwoch, 28.09.2005

Am Morgen geht es mit einer kleinen Einweisung los, was man beim Kauf von Tauchequipment alles beachten sollte. Unglaublich, wie lange jemand über einen Schnorchel erzählen kann... :-)

Anschließend geht es wieder in den Pool, wo wir wieder die verschiedensten Situationen üben. Alles in allem hat es mit allen 9 Tauchschülern schon mal prima geklappt. Das scheint wohl auch nicht immer der Fall zu sein. Wir haben auch Gelegenheit, verschiedene Taucherbrillen und Flossen auszuprobieren.

Nach dem Mittag kommt nochmal ein Theorieteil und der große Abschlusstest mit 50 Fragen. Hier hat aber eigentlich auch keiner Schwierigkeiten.

Am Nachmittag wird noch die Ausrüstung zusammengestellt. Wir könnten zwar auch verschiedenste Sachen mit ordentlich Rabatt im ProDive-Shop einkaufen, was aber aufgrund der Finanzlage aber ausfällt. ;-) Wäre nun ja auch mehr als überstürtzt...

Am Abend gehts dann noch zum Reef Teach, wo man einiges Interessantes über das Riff erfahren kann. Was allerdings noch besser ist, ist die Show drumherum. Sehr witzig gemacht.

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Open Water Diving
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Donnerstag, 29.09.2005

Mitten in der Nacht aufstehen. Nachdem die Ausrüstung verladen ist, geht es auf die ScubaPro III. Das Schiff fasst über 30 Leute und ist sehr geräumig. Wir fahren etwa zwei Stunden zum Great Barrier Reef. Dann wird es ernst, der erste Tauchgang geht auf 12m Tiefe. Hier muss man sich dann schon etwas zusammenreißen, ruhig zu bleiben. Es ist am Anfang ein sehr befremdliches Gefühl, soviel Wasser über sich zu haben. Nach ein paar Minuten geht es dann schon besser, obwohl wir immer noch wie blöde atmen. Auf der Tour, die wir Unterwasser machen, zeigt uns Christian zwar schon ziemlich viel, allerdings haben wir mehr mit uns selbst zu tun. Im Großen und Ganzen läuft es aber schon mal sehr gut und die Übungen Unterwasser klappen ganz gut.

Der zweite Tauchgang ist dann auch schon etwas entspannter.

Dann ist erstmal Feierabend und wir können noch eine Runde Schnorcheln. Das macht in der Wetsuit, dem Nasstauchanzug auch richtig Spaß, da es hier noch etwas Auftrieb gibt und man so gut wie nichts machen muss.

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Freitag, 30.09.2005

Der erste Tauchgang ist um 7:00 Uhr. Diesmal geht es auf die maximale Tiefe von 18m. Das ist aber an sich auch kein großer Unterschied zu 6 oder 12m. Wir machen wieder ein paar Übungen, die im Lehrplan stehen. Nach dem Frühstück geht es das zweite Mal ins Wasser. Das ist der letzte Tauchgang, den wir für den Schein brauchen. Danach sind wir offiziell zertifiziert und dürfen bis 18m Tiefe selber tauchen gehen.

Am Nachmittag geht es dann ohne Instructor los. Am Luftverbrauch merken wir, dass wir wieder etwas aufgeregter sind. Die Pressluftflasche ist viel schneller leer, wenn man selber rumhantiert, anstatt nur dem Tauchlehrer hinterherzuschwimmen. Jetzt haben wir aber auch Zeit, richtig auf Entdeckungsreise zu gehen: ein 2m-Riffhai, Rochen, Anemonenfische, Riesenmuscheln...

Am Abend gibt es dann noch einen geführten Nachttauchgang. Anders als erwartet ist dieser sehr ruhig und entspannend und überhaupt nicht irgendwie gruselig. Leider sehen wir aber dann doch nicht so viel an Fischen, wie erhofft.

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Sonnabend, 01.10.2005

Heute geht es auch wieder früh los, da wir bis Mittag um 12 drei Tauchgänge auf dem Plan haben. Wir sind zwar immer noch viel zu hektisch, aber mittlerweile macht es schon richtig Spaß! Das Riff ist einfach unbeschreiblich mit den ganzen Korallen und den unzähligen bunten Fischen. Wir genießen es nur einfach und entdecken bei jedem Tauchgang etwas Neues. Wir besuchen Nemo, sehen Meeresschildkröten, Kraken, Rochen, Seesterne, einen großen Napoleonfisch und vieles mehr...

Am Mittag geht es dann leider schon wieder zurück nach Cairns.

Abends treffen sich nochmal alle Tauchschüler, Lehrer und die Crew zum Essen. Danach geht es noch in die ein oder andere Bar...

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Bilderauswahl
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Zusammenfassung

Man braucht für das Great Barrier Reef nicht unbedingt einen Tauchkurs. Man kann auch vieles mit Schnorcheln entdecken. Allerdings ist das Tauchen etwas total anderes. Man ist wie in einer anderen Welt.

Die Entscheidung für einen richtigen Tauchkurs und nicht nur einen Schnupperkurs hat sich unbedingt gelohnt. Es war eine sehr intensive Erfahrung. Wir wollen unseren Tauchschein auf jeden Fall nicht nur in der Schublade vergammeln lassen. Mal sehen, was sich so ergibt...

Tagebuch Australien (Eintrag 32 von 98)