Tagebuch Australien (Eintrag 72 von 98)

Nullabor Plain & Great Australian Bight

Freitag, 10.02.2006

Nachdem wir nochmal kurz einkaufen und im Internet waren, geht es los. Die ersten 200km fahren wir erstmal nach Norden, nach Norseman. Das ist dann auch der letzte Ort, der diese Bezeichnung noch verdient. Hier biegen wir dann nach Osten ab. Jetzt kommen zwar einige Schilder mit ein paar ganz gut klingenden Namen, aber was kommt, sind keine Orte, sondern nur ein Road House und wenn viel zusammenkommt, noch einem Caravan Park oder Motel...

Irgendwann sehen wir ein Schild, was uns sagt, dass es die nächsten 90 Meilen, sprich 146,6km, nur geradeaus geht. So ein Spaß! :-) Wir suchen uns dann aber erstmal eine Rest Area nach einer Tagesetappe von ca. 450km.

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Sonnabend, 11.02.2006

Es geht wieder weiter mit der langen Geraden. Nach 100km bemerken wir dann wieder die erste Kurve. Ansonsten passiert unterwegs nicht allzuviel. Die Landschaft verändert sich auch nicht groß. Es werden nur immer etwas weniger Bäume bzw. werden sie immer kleiner.

Wir haben noch etwas Gemüse und Honig übrig und entscheiden uns deshalb vor der Grenze nach South Australia zu bleiben. Es gibt nämlich wieder ein paar sehr eigenartige Quarantänebestimmungen. So essen wir lieber alles auf, bevor wir es wegwerfen müssen. Außerdem haben wir mit über 450km unsere Kilometer heute auch rein... Wir bleiben wieder auf einem kleinen Rastplatz ohne alles.

Etwas Konfusion entsteht bei der Uhrzeit. 400km vor der Grenze beginnt eine andere Zeitzone, wir stellen die Uhr 45 Minuten vor. Morgen kommen dann nochmal 1h 45min dazu. So haben wir drei verschiedene Uhrzeiten, die W.A.-Zeit, die jetzige krumme in der Mitte und die S.A.-Sommerzeit...

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Sonntag, 12.02.2006

Am Morgen machen wir noch einen kurzen Stopp an der alten Telegrafenstation an der Grenze. Danach geht es nach South Australia und endlich richtig in die Nullabor Plain. Nullabor bzw. nulla arbor ist, nicht wie man denken könnte, ein Aborigine-Begriff, sondern lateinisch für „keine Bäume”. Obwohl wir schon ewig im Nichts fahren, beginnt erst hier die offizielle „baumlose Ebene”, bzw. der Nullabor Nationalpark. Davor kommt doch ab und zu noch der ein oder andere Baum.

Wir haben uns die Landschaft trotzdem etwas anders vorgestellt. Zuerst fährt man durch eine endlose Weite mit den verschiedensten Buscharten in allen möglichen Farben. Danach wird es etwas karger und es gibt nur noch vereinzelt ein paar kleine Gebüsche.

Zwischendurch machen wir den ein oder anderen Halt an den Lookouts an der Great Australian Bight und der beindruckenden Steilküste. Man hat einen genialen 180°-Blick auf den Ozean.

Am Abend (uns wurden ja wieder fast zwei Stunden geklaut...) übernachten wir in Penong, dem ersten kleinen Ort nach dem großen Nichts.

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