Opalfieber in Coober Pedy
Nachdem wir kurz hinter Port Augusta auf einer Rest Area übernachtet haben, brechen wir früh zeitig in Richtung Norden auf. Die Sonne brennt heute wieder mal ziemlich. Am Nachmittag kommen wir dann endlich an. Kurz vor Coober Pedy sehen wir schon die ersten „Maulwurfshügel”. Der Abraum der Opalminen wird einfach liegen gelassen, wo er ist.
Coober Pedy ist übrigens ein Aborigine-Ausdruck. Es bedeutet soviel wie „Weißer Mann im Loch”.
Wir wollen heute Untertage campen, zum einen, weil es einfach den Gaudi wert und zum anderen, weil es oben viel zu warm ist. Heute sind es satte 45°C.
Trotz des recht harten Untergrundes (wir hatten nur das Zelt als Unterlage und die Schlafsäcke) haben wir ziemlich gut geschlafen. Am Vormittag schauen wir uns die Serbische Kirche an, eine der vielen unterirdischen Kirchen in Coober Pedy. Danach geht es auf eine Tour. Wir fahren mit einem kleinen Bus mit ca. 10 anderen Leuten zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes. Martin, unser Tourguide, sieht so aus, wie man sich einen „Miner” so vorstellt und ist ein echtes Original, oder wie er sagen würde, ein „Character”. Als Erstes fahren wir zu einem Opalfeld und probieren uns im Noodling. Das heißt, wir durchsuchen den Abraum nach Opalstückchen. Die Ausbeute ist allerdings sehr dürftig. Dann schauen wir bei Crocodile Harry vorbei. Der 81-jährige ist schon sowas wie eine Legende: Miner, Künstler, Frauenheld,... In seinen Opalminen gleich hinter dem Dugout, seiner unterirdischen Wohnung, wurden Teile des Mad Max III-Films gedreht. Anschließend geht es zu den Breakaways, einer sehr imposanten Felslandschaft, ein paar Kilometer außerhalb. Hier wurden ebenfalls viele Mad Max-Szenen gedreht. Danach fahren wir noch zum alten Dingo Fence, dem längsten Zaun der Welt und zu einer weiteren Kirche in Coober Pedy. Martin hat zwischendrin auch die ein oder andere Geschichte über die ziemlich verrückte Welt hier auf Lager.
Wir wollen noch eine Nacht auf unserem lustigen Campingplatz bleiben. Vorher fahren wir aber nochmal in die Stadt auf ein Bier. Im Pub kommen wir dann mit einem der Miner ins Gespräch. Eigenartigerweise hat keiner in Coober Pedy jemals Opale gefunden. Wie wir erfahren, ist das wohl aus steuerlichen Gründen so... ;-)
Die Besitzer des Campingplatzes bieten eine Hausführung durch ihr Dugout an. Wir nehmen die Chance war, um auch nochmal eine richtige Wohnung Untertage zu sehen - sehr schick!
Gegen Mittag brechen wir dann auf nach Andamooka. Das ist ein Kaff, wo auch Opale abgebaut werden. Wir hatten den Tipp von ein paar Australiern in Albany bekommen. Hier soll das Leben wie vor 100 Jahren ablaufen, mal sehen, es sind ja nur 110km Umweg (naja und 110 wieder zurück).
Vorher kommen wir durch Roxby Downs. Das ist eine 20 Jahre alte Siedlung für die riesige Kupfer- und Uran-Mine gleich um die Ecke. Hier ist alles begrünt und die Stadt passt überhaupt nicht in das restliche Outback. Dann sind wir in Andamooka. Naja... Es sieht nicht unbedingt aus wie vor 100 Jahren, sondern wie wenn seit 50 Jahren hier keiner mehr wohnt. Wehe, wir treffen diese Aussies aus Albany nochmal... ;-)
Die Sehenswürdigkeiten von Andamooka sind schnell abgearbeitet. Duke’s Bottlehouse, eine bienenkorbartige Hauskonstruktion aus alten Flaschen in Beton und die „historische” Siedlung von Neunzehnhundert-paar-in-dreißig.
Wir verlassen dieses Kaff sehr schnell und fahren zurück nach Port Augusta. Hier kaufen wir nochmal kurz ein, bevor wir dann in Richtung Nordosten in die Flinders Ranges ziehen. Die Berge sind schon von weitem zu sehen. Wir übernachten im Wilpena Pound Resort, einem schönen Campingplatz mit unheimlich vielen Kängurus.


