Tagebuch Australien (Eintrag 87 von 98)

Tasmanien: Cradle Mt. N.P. - Devonport

Montag, 27.03.2006

Morgens ist es nasskalt und neblig. Die Wolken hängen tief im Tal. Wir kurven nach Queenstown, einer Minenstadt. Nachdem wir dort die Vorräte an Essen aufgefüllt haben, geht es weiter. Wir machen einen kleinen Umweg über Strahan an der Westküste. Dort schauen wir kurz an einer ca. 30m hohen Sanddüne vorbei. Das Wetter bessert sich etwas, mittlerweile schaut die Sonne schon wieder zwischen den Wolken durch.

Dann kommen wir irgendwann in den Cradle Mountain National Park. Vom Parkplatz am Lake Dove (934m üNN) geht es zu Marions Lookout auf 1223m. Der Blick auf den See und den Cradle Mountain ist grandios, zumal wir wirklich Glück mit dem Wetter haben. Es sieht nur ca. 40 Tage im Jahr so aus, den Rest regnet es oder der Gipfel ist in den Wolken. Auf der anderen Seite von Marions Lookout sieht man den Crater Lake. Hier steigen wir auch wieder hinab und kommen noch an den Crater Falls vorbei. Die Wasserfälle liegen in einem kleinen Tal mit moosbewachsenen Bäumen und Farnen. Es geht durch offenes Buschland zurück über Ronny Creek zum Parkplatz. An der Straße steht dann auf einmal ein Wombat. Das putzige Tierchen lässt sich gar nicht stören.

Die Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz am Lake Dove. Das Schild mit „No Camping” müssen wir wohl irgendwie übersehen haben... ;-)

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Dienstag, 28.03.2006

Die Nacht ist wirklich saukalt. Trotz langer Unterhosen und Schlafsack ist es ziemlich ungemütlich. Wir stehen noch vor Sonnenaufgang auf. Der Cradle Mountain ist nur von einer Wolke eingehüllt, die aber recht schnell verschwindet, als die Sonne durchkommt.

Kurz vor neun brechen wir dann zu unserer nächsten großen Tour auf: zum Cradle Mountain mit seinen 1545 Metern. Es geht um den Dove Lake herum und dann an der Westseite des Berges nach oben. Das Ganze hat mit Wandern nicht mehr viel zu tun, da wir über einen Felsen nach dem anderen klettern. Der sogenannte Weg ist ziemlich kräftezehrend. Kathleen bemerkt irgendwann, dass es trotz ihrer Höhenangst ja alles ganz gut geht. Einmal ausgesprochen, ist es dann vorbei. Sie sucht sich lieber ein sonniges Fleckchen und wartet, während ich die letzten 50 Höhenmeter Berg noch bezwinge. Die Aussicht von oben ist super, fast keine Wolke am Himmel. Kathleen wird es in der Zwischenzeit auch nicht langweilig, da heute ziemlich viele Leute unterwegs sind und alle gerne eine kleine Atempause für ein kurzes Gespräch einlegen.

Ein paar Meter weiter unten machen wir dann erstmal Rast und verschlingen unsere Käsebrote. :-) Frisch gestärkt geht es dann auf der anderen Seite des Dove Lake wieder zurück zum Parkplatz. Da wir nicht den einfachen Weg nehmen, sondern rückzu noch über den etwas niedrigeren und relativ einfachen Hanson Peak laufen, sind wir zum Schluss aber dann wirklich alle. Nach insgesamt 8 Stunden Wandern fallen wir dann auf dem kleinen Campingplatz in Waratah ins Bett.

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Mittwoch, 29.03.2006

Nach dem Frühstück geht es in den Nordwesten von Tassie. Wir fahren nach Stanley um uns einen ziemlich eigenartigen Berg anzuschauen: The Nut. Das ist ein fast rundes, 150m hohes Bergmassiv aus Vulkangestein und ist mit einer schmalen Landzunge mit der Insel verbunden. Man ist sich auch nicht so richtig einig, wie der Berg entstanden ist.

Obwohl wir etwas Muskelkater in den Beinen haben, nehmen wir nicht den langweiligen Sessellift, sondern laufen hoch.

Danach geht es zurück nach Devonport. Hier treffen wir uns noch mit einer 5½-Ecken-Verwandschaft von mir. Katha ist zur Zeit mit ihrem Freund auch auf Tassie unterwegs. Wir sitzen im Café und quatschen etwas über unsere Australien-Erfahrungen.

Abends um sieben müssen wir dann wieder auf der Fähre sein. Wir freuen uns schon wieder auf die unbequeme Nacht an Bord der Spirit of Tasmania II. :-/

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Zu Tassie haben wir auch wieder eine Zusammenfassung: [Link intern] Resümees.

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