Canberra
Unser Plan ist heute von Cooma bis nach Canberra zu fahren, der Hauptstadt von Australien. (Da wahrscheinlich so gut wie jeder Probleme bei der Betonung hat, das Ganze wird Canb’ra ausgesprochen, also mit stimmlosem „e” in der Mitte.) Die Strecke ist nicht so lang und das Wetter ist heute mit Dauerregen eher wieder unangenehm. Deshalb beschließen wir noch etwas für die Bildung zu tun und besuchen das Infozentrum zum Snowy Hydro Scheme, einem riesengroßen Staudammprojekt in den Snowy Mountains. Der Bau von etlichen Dämmen und Tunneln wurde 1949 begonnen und fertig war das Ganze 25 Jahre später. Die Ausstellung ist ganz gut gemacht und es gibt von Technik bis zu Kochrezepten der aus vielen Ländern stammenden Ingenieure und Arbeiter alles zu sehen.
Den Nachmittag verbringen wir damit in Canberra einen Campingplatz mit Camp-Küche zu finden, da es mittlerweile Bindfäden regnet. Der Himmel ist grau in grau und Canberra zeigt sich nicht gerade von seiner besten Seite.
Das Mistwetter ist immer noch da. So richtig schlimm ist das aber nicht, denn wir wollen heute sowieso ins Museum gehen. Als Erstes besuchen wir das National Museum. Die Ausstellung ist gigantisch und auch wieder absolut spannend gemacht. Es gibt wirklich einiges zu entdecken. So ist es auch kein Wunder, dass wir wieder ganze vier Stunden durch das Museum ziehen.
Als Nächstes steht das War Memorial auf dem Plan. Hier ist alle ausgestellt, was mit den Kriegen zu tun hat, in denen Australien irgendwie beteiligt war. Uns ist das Ganze aber etwas zu einseitig, da es eigentlich nur um Helden geht und der Krieg als solches überhaupt nicht so richtig hinterfragt wird.
Am Abend suchen wir uns ein Hostel, da wir von dem Mistwetter langsam genug haben.
Zum Glück scheint heute wieder die Sonne und wir bekommen die Hauptstadt auch mal bei Licht zu sehen. Nichtsdestotrotz ist Canberra aber ziemlich gewöhnungsbedürftig. Es ist alles unheimlich großzügig angelegt. Es gibt ewig weite Straßen und riesige Kreisverkehre aber irgendwie nichts dazwischen. So einen richtig lebendigen Eindruck macht die Stadt nicht.
Unser nächster Kulturstopp ist das alte Parlament. Hier machen wir eine kleine Führung mit und erfahren einige interessante Dinge und auch lustige Anekdoten. Danach geht es gleich weiter mit dem neuen Parlament, dem heutigen Regierungssitz. Auch hier erfahren wir mit einer Führung wieder einiges Interessantes.
Am Nachmittag fahren wir raus aus der Stadt und zu einem kleinen Busch-Campingplatz. Obwohl es ziemlich kalt ist, halten wir es an unserem Lagerfeuer ziemlich lang aus.
Die Nacht war trotz mehrerer Schichten Klamotten im Schlafsack bitterkalt. Am Morgen ist überall eine dicke Schicht Raureif auf dem Auto und rundherum. Nach einem guten Frühstück fahren wir zum nahegelegenen Canberra Deep Space Communication Complex. Hier steht eine der drei größten NASA-Kommunikationsantennen mit 70 Metern Spiegeldurchmesser. Wir verbringen wieder eine ganze Weile in der Ausstellung mit Videos über verschiedene NASA-Missionen im Sonnensystem.
Danach geht es in die Natur ins Tidbinbilla Reserve. Vom Ranger erfahren wir einiges über die verheerenden Buschbrände 2003 und wie die Natur damit umgeht bzw. sogar auf solche Katastrophen angewiesen ist. Wir sehen wieder etliche Kängurus und einen Emu.
Am Nachmittag fahren wir dann zurück zur Küste nach Batesman Bay.


