Down under in Down Under
Es geht nach Sydney in den Kings Cross Carmarket. Vorher fahren wir aber erst noch zum Hostel um unsere Sachen auszuräumen. Wir drucken noch ein paar Anzeigen für die anderen Hostels aus und sind dann irgendwann nach Mittag im Carmarket. Es dauert keine halbe Stunde, da haben wir schon unser erstes Bier in der Hand. Im Carmarket ist es Sitte, dass derjenige, der sein Auto verkauft hat, den anderen ein Bier ausgibt. Alles in allem werden heute vier von ca. 25 Autos verkauft, nicht zu schlecht. Allerdings sind die Preise mehr als im Keller. Wir bekommen von den paar Interessenten für unseren Townace aber nur flüchtige Blicke. Gegen vier ist dann etwas mehr los. Leider schließt der Carmarket wegen dem Wochenende heute schon eher, gerade wenn es interessant wird... :-(
Der Kings Cross Carmarket ist ein echt schräger Platz. In einem unterirdischen Parkhaus mit fünf Etagen ist die zweite Ebene von unten für Backpacker reserviert, die ihr Auto verkaufen wollen. Pünktlich um neun verabschieden wir uns vom Tageslicht und sitzen bis zum Nachmittag in dem wunderschönen Parkhaus neben dem Auto, erzählen mit den anderen, spielen Tischtennis und warten vor allem auf potenzielle Käufer. Es ist offensichtlich völlig Saure-Gurken-Zeit, da noch nicht mal eine Handvoll Leute schauen kommen. Man kann nicht sagen, wie lange man hier sitzen wird. Am Nachmittag steht ein Campervan ganze 15 Minuten im Carmarket, hat eine Probefahrt und ist verkauft. Es gibt aber auch Leute, die schon fast zwei Wochen hier hocken... Da es aber unser erster richtig voller Tag hier unten ist, wollen wir noch nicht mit dem Preis runtergehen. Es hat auch den Anschein, dass die Vans etwas mehr gefragt sind, als die Kombis. Wir sind immer noch recht zuversichtlich.
Nach anderthalb Tagen wird die Prozedur schon zum nervigen Alltag: von neun bis fünf Untertage. Heute ist Sonntag und alles total ausgestorben. Bis zwei Uhr nachmittags kommt nicht einer zum Anschauen. Es ist mehr als frustrierend. Wir könnten den Preis in Bodenlose fallen lassen und es würde keinen Unterschied machen, da kein Schwein da ist. Kurz vor fünf gehen dann aber überraschenderweise doch noch zwei Vans raus. Es ist kein Konkurrenzdenken unter den Verkäufern. Es ist mehr wie eine große Familie oder eher Leidensgemeinschaft. Wenn ein Auto weg ist, steigen die Chancen für das eigene und außerdem gibt es Bier! ;-)
Auf ein Neues. Es ist heute wieder sehr ruhig. Wir schieben es auf den heutigen Feiertag hier, aber glauben auch nicht so richtig, dass sich Backpacker um Feiertage scheren... Die paar Leute, die kommen, waren schon ein paar Mal da, wollen sich aber nicht entscheiden oder schauen sich die Neuzugänge an. Das Kaufverhalten der Leute ist völlig unberechenbar, es werden total fertige Autos angeschaut und das Auto daneben, was in besserem Zustand ist und manchmal sogar einen ähnlichen Preis hat, keines Blickes gewürdigt.
Die Zeit hier unten vergeht wie Gummi. Es macht sich immer mehr allgemeine Resignation breit, einige Leute sind ziemlich verzweifelt. Die Preise purzeln weiter. Am Ende des Tages sind zwei Kombis und ein Van verkauft, aber zu allem anderen als fairen Preisen. Es beginnt zu nerven!
Neun bis fünf wieder im Schacht. Es ist etwas mehr los und es sind weniger Autos da. Einige Leute haben aufgegeben und die Kisten für lächerliche Preise an Autohändler verkauft. Es geht heute auch einiges raus, nur wir stehen halt immer noch da...
Am Abend feiern wir mit ein paar Österreichern bis spät in die Nacht auf dem Balkon. Sie sind froh, dass sie ihre Van loshaben.


