Tagebuch Deutschland 2020 (Eintrag 3 von 3)

Auf dem Bauernhof in der Oberlausitz

Montag, 27.07.2020

Am Morgen geht es ganz in Ruhe in Richtung Osten. Das Auto ist bis oben bepackt. Wir sind fünf Leute, haben drei Zelte, Campingstühle, Tisch und noch jede Menge anderen Krempel mit. Die anderthalb Stunden bis Herrnhut sind schnell rum, allzu weit ist es ja zum Glück nicht. Den Ort lassen wir links liegen, denn wir sind auf einem Ferienhof in Neundorf, einem der eingemeindeten Dörfer in der Umgebung. Leider ist überall etwas Hanglage, sodass es bestimmt nachts ein Gerolle im Zelt wird.

Nachdem die Zelte stehen, geht es schnurstracks zum Olbersdorfer See, einem gefluteten Tagebau und Badesee bei Zittau. Das Wasser ist herrlich, auch wenn die Mädels nicht zu bewegen sind, mehr als die Füße rein zu halten. Einzig Schatten zu finden, ist am Anfang etwas schwierig.

Am Abend wollen wir noch paar Sachen einkaufen. Wir fahren über die tschechische Grenze und landen in Nový Bor. Hier bleiben wir auch gleich zum Abendessen, es gibt eine sehr leckere Pizza.

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Dienstag, 28.07.2020

Wir werden von den Hühnern und den Pfauen geweckt, die direkt neben unserem Zelt einen morgentlichen Radau machen. Urlaub auf dem Bauernhof. Die Nacht war wie erwartet, ich liege am unteren Rand des Zeltes und alle anderen sind der Hangabtriebskraft gefolgt und liegen halb auf mir.

Da es heute so richtig heiß und die nächsten Tage eher kühl werden soll, wollen wir auf jeden Fall baden gehen. Bevor es aber an den See geht, fahren wir erstmal nach Ober-Oderwitz zur Sommerrodelbahn. Das ist Gaudi für alle. Da es am See außer den obligatorischen Pommes nicht viel gibt, decken wir uns heute vorher mit ein paar Snacks für den kleinen Mittagshunger ein. Außerdem haben wir nun noch zwei Luftmatratzen dabei und damit bekommen wir nun auch die Mädels problemlos ins Wasser und alle haben Spaß.

Gegen Abend fahren wir nach Varnsdorf, wo wir nach kurzer Zeit eine kleine urige Kneipe mit Biergarten und den tschechischen vegetarischen Classics finden. Šopský salat, gebratenen Käse und Kartoffelpuffer mit massig Knoblauch.

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Mittwoch, 29.07.2020

Heute soll es auf den Berg gehen. Heißt mit anderen Worten, wir fahren über Liberec (CZ) zum Ještěd. Die Antenne des sehr eigenwilligen Fernsehturms bzw. Hotels ist von weitem gut sichtbar. Wir nehmen hoch zu die Seilbahn. Coronatechnisch ist das in der Gondel zwar eher grenzwertig bis komplett drüber, aber nun ja.

Wir waren hier mit Consti vor zweieinhalb Jahren für ein Wochenende im Winter schon einmal. Damals war alles tief verschneit und vereist. Nun sieht alles ganz anders aus. Nachdem wir uns alles angeschaut haben, geht es wieder runter. Wir wollen laufen, wofür wir die Mädels von vornherein absolut nicht begeistern konnten. So hatten wir schon vorsorglich zwei Return-Tickets gekauft. Der Rest von uns geht lieber den schönen Waldweg und später einen Teil des Skihangs zurück zur Talstation.

Bei einigen wird ein leichtes Hungergefühl gemeldet ud so ziehen wir weiter nach Liberec. Im Zentrum suchen wir uns ein Restaurant mit Freisitz auf der Terrasse und leckerem tschechischen Essen. Im nahegelegenen Shopping-Center bekommen die Mädels noch etwas Auslauf, während wir mit Constantin (Kalauer-Alarm:) „die Gelegenheit am Schopfe packen”. In Tschechien haben die Friseure geöffnet und ein Dreijähriger braucht keine Zwangshaarwäsche und Maske, sodass Consti hier endlich eine richtige Sommerfrise bekommt.

Am Abend hat keiner mehr Hunger und Consti schläft vom Ortsausgang Liberec bis zum nächsten Morgen durch.

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Donnerstag, 30.07.2020

Wir haben heute leichten Termindruck. Nicht, dass es zum Frühstück stressig wird, aber wir wollen halb elf in Zittau am Bahnhof der Schmalspurbahn sein und nach Oybin fahren. Der Bahnsteig ist gut gefüllt, aber Tickets und Sitzplätze sind kein Problem. So dampfen wir bei herrlichstem Wetter los. Consti hat jede Menge Spaß und wie auch schon letztes Jahr in Wales, ich mindestens genauso. ;-)

In Oybin angekommen müssen wir zuerst auf den schicken Spielplatz mit der Abenteuereisenbahn. Nun die Frage, wie weiter? Wir wollen hoch zum Oybin zur Klosterruine, die Mädels absolut nicht. Den Tragegurt für Consti haben wir leider auch nicht dabei. So bleiben die Kinder einfach hier und machen sich es auf dem Spielplatz gemütlich.

Der Aufstieg ist anstrengend, aber ruckzuck geschafft. In der Klosterruine gibt es ein kleines Konzert und die Musik nicht mal schlecht: Coverversionen zum Beispiel von Metallica in klassisch. Nachdem wir zwei Liedern gelauscht haben, drehen wir noch eine Runde in den alten Mauern. Dann melden sich die Mädels, wir sollen uns beeilen. Wieder unten angekommen gibt es noch Pizza & Co., bevor wir den nächsten Zug nehmen. Der Fahrplan ist mittelprächtig verwirrend. Es stellt sich heraus, dass dieser Zug nicht ohne Umsteigen zurückfährt oder zumindest nicht am Donnerstag. Entweder haben wir unterwegs eine Stunde Aufenthalt in Bertsdorf oder wir lösen einen Abstecher nach Jonsdorf nach, um eben diese Stunde zu vertun. Das machen wir auch. In Jonsdorf angekommen, geht es auch sofort wieder zurück und wir nehmen den letzten Zug von Bertsdorf nach Zittau. Wir fragen uns, wieviele Leute in die Falle tappen und mit der allerletzten Abfahrt in Oybin am Ende in Bertsdorf stranden. Egal, wir sind auf dem Weg zurück nach Zittau. Hier angekommen suchen wir noch was zu essen und landen auf dem recht schönen Marktplatz. Das Rathaus könnte auch irgendwo in Norditalien stehen.

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Freitag, 01.08.2020

Wir haben frische Eier zum Frühstück bestellt. Auf dem Bauernhof wurde wohl eine weitere Eierbestellung vergessen und Constantin bekommt einen Job im Hühnerstall. Anschließend liefert der Bauer mit den Kindern im Traktor die Eier zur Nachbarin aus. Action auf dem Bauernhof!

Dann geht es auf nach Herrnhut. Wenn wir schon da sind, dann müssen wir auch Herrnhuter Sterne basteln. (Falls es gar nicht klingelt, [Link extern] hier gibt es mehr Informationen dazu). Die Mädels basteln Sterne, während die Jungs den Abenteuerspielplatz im Besucherzentrum unsicher machen. Dann sucht Consti aber auch noch ein paar Farben aus und wir kleben auch noch was zusammen.

Gegen Mittag fahren wir nach Zittau, wo wir den Mädchen Zeit für eine Shopping-Tour versprochen haben. Wir setzen die beiden ab und fahren dann weiter, wieder über Polen nach Tschechien, um uns kurz vor Liberec die Brug Grabštejn anzuschauen. Es ist nicht viel los, aber die Burg ist sehenswert. Nach dem kurzen Abstecher sammeln wir die Mädels wieder ein und am Nachmittag fahren wir dann in Richtung Görlitz zum Berzdorfer See. Der Strand an der blauen Lagune ist zwar schön, aber mit sehr wenig Schatten ausgestattet. So fahren wir weiter zum Ostufer. Hier ist zwar auch nicht viel mehr Schatten, aber mittlerweile steht die Sonne auch schon tief genug. Nach dem Baden steuern wir über die Grenze nach Polen und auf gut Glück das nächstbeste Restaurant an. Nun gibt es polnische Piroggen und ein leckeres Pilzragout.

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Sonnabend, 02.08.2020

Am Morgen überlegen wir, was wir heute anstellen könnten. Schließlich geht es nach Tschechien zur Burg Tolštejn kurz hinter Varnsdorf. Die beiden Mächen haben zwar so gar keine Lust darauf, aber der Deal ist Vormittag Burg, Nachmittag Gammeln am See.

Die Burgruine ist den Abstecher auf jeden Fall wert. Im Restaurant gibt es eine Kleinigkeit zum Mittag und dann machen wir uns auf den Weg zum Olbersdorfer See. Da durch das Wochenende noch mehr Leute da sind, als an den anderen Tagen, wird es noch schwieriger einen Platz im Schatten zu finden. Den haben wir zwar dann, liegen mit unseren Decken aber zwischen vielen Disteln.

Gegen Abend fahren wir dann nach Zittau, denn wir haben in einem Restaurant einen Tisch bestellt. Eigentlich wollten wir schon vorgestern hier einkehren, hatten aber ohne Reservierung keine Chance. Wir sitzen in einem gemütlichen Hinterhof und genießen leckeres Essen.

Auf dem Zeltplatz ist heute viel los, denn es sind noch zwei Partygesellschaften am Start. Der Abend wird aber überhaupt nicht so laut, wie befüchtet und so ist auch die letzte Nacht ganz angenehm.

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Sonntag, 03.08.2020

Viel zu schreiben gibt es heute nicht. Nach dem Frühstück werden die Zelte zusammenpackt und der ganze Krempel ins Auto gequetscht. Vorher versuchen wir noch die 10000 Ohrenkriecher aus allem herauszuschütteln, denn die gibt es hier mehr als genug. Mal sehen, wie viele wir mit nach Hause nehmen oder wo wir später noch welche finden werden...

Gegen Mittag haben wir gepackt, die Rechnung beglichen und machen uns wieder auf den Weg nach Hause.

Tagebuch Deutschland 2020 (Eintrag 3 von 3)