Bali
In Denpasar angekommen, erledigen wir den Einreisekram und versuchen die ganzen Kofferträger abzuwehren. Als Nächstes brauchen wir ein Taxi. Wir handeln ein sehr freches Angebot ganz erfolgreich herunter und stellen jedoch danach fest, dass es immer noch der etwa fünffache Preis war. Egal, nach einer Viertelstunde sind wir in Kuta im ziemlich schicken Bali Rani Hotel. Wir ziehen gleich nochmal los um ein Restaurant zu finden. Das erste Essen mit Bier ist schon sehr lecker!
Danach gönnen wir uns noch ein Absacker-Bier auf dem Hotelzimmer, bevor wir nach diesem 35-Stunden-Tag wie tot in die Betten fallen.
Wir lassen es langsam angehen, schlafen aus und frühstücken ausgiebig. Wir beobachten die anderen Hotelgäste, hauptsächlich Australier, die hier scheinbar im Pool gestrandet sind und sich kaum bewegen.
Es folgt eine kleine Erkundungsrunde in Kuta zum Strand. Immerhin sind 33°C und da muss man einfach ins Wasser. Am Strand wimmelt es von Verkäufern, die einem wirklich alles andrehen wollen. Das nervt aber nicht wirklich, es ist eher locker und spaßig. Die nehmen sich wohl selber auch nicht ganz ernst.
Um Drei wartet dann unser Fahrer um uns nach Tulamben im Nordosten der Insel zu bringen. Es sieht zwar nicht so weit aus auf der Karte, aber wir sollen ca. 2½ Stunden brauchen. Die Fahrweise in Indonesien scheint völlig chaotisch zu sein und die Hupe ist das wichtigste Teil am Fahrzeug. Nach einiger Zeit bekommen wir aber mit, dass es doch recht flüssig und auch rücksichtsvoll zugeht. Überholt wird bei völligem Ignorieren des Gegenverkehrs mit einem Ankündigungshupton „Achtung, jetzt komm ich!” Wenn es doch etwas eng wird, bremst man nicht sondern hupt nochmal auf dass Platz werde. Wir sind recht froh, dass wir hier nicht fahren müssen.
Kurz vor sechs kommen wir dann auch im Tulamben Tauch Terminal an und werden gleich von Robert, einem Ösi, in Empfang genommen. Er erklärt uns den Ablauf im Resort und dass wir es gerade noch rechtzeitig zur Happy Hour an der Bar schaffen. :-)
Das Resort macht einen sehr entspannten Eindruck und ist sehr schick.
Der erste Tauchtag. Beim Frühstück sehen wir ein paar Delfine. So geht der Tag gut los. Jürgen und ich haben uns zwei Tauchgänge vorgenommen, Kathleen will es langsam angehen und am Morgen nur Schnorcheln. Direkt vor der Tür des Resorts gibt es Unterwasser ein recht junges Riff zu entdecken. Der Vulkan Gunung Agung hatte hier beim letzten Ausbruch 1963 alles zerstört. Mit dem schwarzen Lavahintergrund kommen die Farben der Korallen sehr gut zur Geltung. Die Tierwelt ist sehr artenreich, jedoch gibt es nur recht kleine Exemplare: Riffhaie, Feuerfische, Skorpionsfische, Trompetenfische, ...
Am Nachmittag sind wir dann alle 3 mit einem Guide im Coral Garden unterwegs, dem Hausriff des Tulamben Tauch Terminal. Die ganzen Tauchgebiete liegen nur ein paar hundert Meter auseinander.
Am Abend probieren wir dann an der Bar noch die heimische Spezialität „Arak”, ein Schnaps aus Palmen und/oder Reis.
Heute klingelt der Wecker sehr zeitig. Punkt sechs geht es los zum Tagestrip nach Nusa Penida zum Manta Point. Wir sind insgesamt 8 Leute und werden mit zwei kleinen Bussen nach Padangbai gefahren, ca. 1½ Stunden entfernt. Hier werden wir auf ein kleines Boot umgeladen und nochmal anderthalb Stunden nach Nusa Penida geschippert.
Hier angekommen, geht es auch gleich ins Wasser. Der Wellengang ist recht ordentlich, oben wie auch unter Wasser. Kurz nach dem Abtauchen kommt auch schon der erste Manta und dreht nur wenige Meter vor uns ab. Manta Point ist eine Putzerstation und so können wir drei riesige Tierchen in aller Ruhe beobachten. Genial!!!
Nach der Oberflächenpause und einem leckeren Lunch-Paket geht es auf der anderen Seite der Insel nach Ged zu einem Riff mit straffer Strömung. Wir brauchen nicht viel zu machen, einfach von der Strömung am Riff entlangziehen lassen und die riesigen Korallen bestaunen...
Am Abend passiert nicht mehr viel, da wir alle ziemlich platt sind. Wir lassen uns allerdings noch eine Flasche Arak aus der Eigenproduktion der Verkäuferin des Dorfladens aufschwatzen. Naja, vielleicht taugt es ja als Brennspiritus...
Wieder nix mit Ausschlafen. Der Tauchgang zur „U.S.A.T. Liberty” ist auf 8 Uhr angesetzt. Die Liberty ist ein Frachtschiff, das im 2. Weltkrieg von einem Torpedo getroffen wurde. Es gelang, den Kahn an den Strand zu fahren und so Mannschaft, Ladung und alles Brauchbare an Land zu bringen. Der Rest lag dann bis 1963 am Strand rum, bevor er beim Ausbruch des Vulkans von den Lavamassen ins Meer geschoben wurde. Das Wrack liegt heute ca. 100m weit draußen in einer Tiefe zwischen 3 und 30m, also perfekt für Taucher. Der komplette Rumpf ist über und über mit Korallen bedeckt.
Nach dem zweiten Tauchgang geht es erstmal ins Dorf, wo wir uns was zu Essen suchen. Jürgen und ich brauchen schließlich Energie für den Nachttauchgang am Abend. Es soll wieder zur Liberty gehen. Der Tauchgang an sich ist spitze, allerdings gibt uns der Tauchguide das volle Programm und schwimmt sogar in das Wrack rein. Die Zeit die wir hier einer Kammer bleiben ist eine gefühlte Ewigkeit. Dunkel, keine Orientierung mehr, hier kann es einem dann schon mulmig werden. In Panik auszubrechen lohnt ja aber nicht, also lassen wir das bleiben...
Weil’s gestern so gut war, geht es heute Morgen gleich nochmal ans Wrack. Diesmal ist die Sicht schlechter und durch die vielen Schwebeteilchen wird es recht mystisch.
Den Rest des Tages verbringen wir dann mit Faulenzen und Schnorcheln, bevor es zum letzten Tauchgang geht. Hier gibt es nicht viel zu sehen, da man bei schlechter Sicht nur gegen die Strömung kämpft. Stressig aber die Erfahrung allemal wert.
Anschließend gibt es für alle erstmal eine Stunde Entspannung mit Massage bei Meeresrauschen. Nachdem wir dann in Tulamben nochmal lecker Essen waren, bestellen wir uns am Abend als Abschluss noch ein Bierchen bei unserem Lieblingsbarkeeper...
Pünktlich um acht steht unser Auto mit Fahrer bereit. Es soll in einer großen Runde über die Insel zurück nach Kuta gehen. Wir fahren nach Norden über Singaraja zu den Gitgit-Wasserfällen. Hier gönnen wir uns erstmal eine kleine Abkühlung. Die nächste Station ist Danau Bratan, wo es erst Mittagessen und dann eine Tempelbesichtigung des Pura Ulun Danu Bratan gibt.
Danach steht der berühmte Tempel Tanah Lot auf dem Plan. Wir überzeugen uns davon, dass der Tempel zwar ganz schick ist, jedoch die Massen an Touristen, die hier den Sonnenuntergang bestaunen wollen sowie die Heerscharen an Klimbimverkäufern wirklich nervig sind. So verlassen wir den Ort auch wieder, kurz bevor die Show richtig losgeht. Zurück in Kuta suchen wir uns ein kleines Restaurant, wo es wieder was Leckeres gibt.
Kathleen und Jürgen sind nicht davon abzubringen sich in der Hotelbar furchtbare Livemusik zu geben. Mit Bier versuchen wir das Ganze auszuhalten.
Es wird einfach nix mit Ausschlafen. Früh um sieben geht es zum Flughafen. Wir fliegen eine Stunde zu unserer zweiten Station nach Yogyakarta. Das ist eine 500.000-Einwohner-Stadt in der Mitte von Java und gilt als Kulturhauptstadt. Über die Schreibweise sind sich die Leute hier selber nicht so richtig einig, Yogyakarta, Jogjakarta, y und j gemischt - egal, oder einfach kurz Jogja.


