Tagebuch (Eintrag 3 von 6)

Java

Freitag, 23.11.2007

Obwohl wir um acht losfliegen und über eine Stunde unterwegs sind, kommen wir sagenhafterweise 8:10 Uhr in Yogyakarta an. :-) Na gut wir haben etwas an der Uhr gedreht... Auf dem Flughafen werden wir mit Namensschild erwartet. Indri ist unsere Reiseleiterin für die nächsten 3 Tage. Sofian hat für uns eine komplette Tour mit Kleinbus, Fahrer und Tourguide organisiert.

Als Erstes fahren wir zum Hindu-Tempel Prambanan. Im 8. Jahrhundert erbaut, dann verfallen, seit dem 19. Jahrhundert wieder langsam restauriert, hat der Tempel beim letzten Erdbeben hier 2006 leider wieder einiges abbekommen. Obwohl wir nicht bis ganz nah drankommen, ist die riesige Anlage echt beeindruckend. Indri ist voll in ihrem Element und wir erfahren jede Menge über Kultur und Geschichte. Die Sonne ist allerdings der Hammer, wir kommen ordentlich ins Schwitzen.

Als nächstes Ziel haben wir den Kraton, den Sultanspalast von Yogyakarta. Zwar wohnt der Sultan heute noch dort, aber ein großer Teil der Anlage ist öffentlich zugänglich. Es gibt unter anderem ein Museum, in dem wirklich alles (Un-)Mögliche ausgestellt ist, was irgendwie mit der Sultansfamilie zu tun hat. Von Fotos über die Festtagskleidung bis zu Geschirr (u.a. eine Küchenreibe) kann man wirklich alles finden. Die ganze Ausstellung erinnert uns etwas an die australischen Museen bzw. Sammelsurien.

Weiter geht es zum Vogelmarkt Pasar Ngasem. In engen Gassen gibt es allerlei Vögel, Käfige, Futter (teils lebendig in Form von Würmern oder Ameisen), aber auch anderes Getier, wie Hunde, Hasen, Flughunde... Angeblich ist es mittags schon recht ruhig. Das Chaos am Morgen können wir nur erahnen.

Nicht weit davon besichtigen wir noch das Wasserschloss Taman Sari. Anders als vermutet, ist dieses Bauwerk eher eine Art Schwimmbad der Sultansfamilie und der Baustil portugiesisch beeinflusst.

Es ist zwar erst früher Nachmittag, aber das offizielle Programm ist für heute schon erledigt und wir werden zum Hotel im liegt im Univiertel gefahren. Das Hotel hatte bestimmt schon bessere Zeiten gesehen, ist aber dadurch auch ziemlich günstig. Da wir jetzt ordentlich Knast haben, ziehen wir nochmal los und landen in einem netten kleinen Studentencafe. Von der Dachterrasse haben wir bei lecker Essen und Bier einen schönen Blick auf das bunte Treiben auf der Straße. Nachdem dann am Abend noch paar Postkarten geschrieben sind, laufen wir zu einem Food Court, eine Art Lagerhalle mit etlichen, winzigen Garküchen und Tischen in der Mitte. Wir bestellen irgendwas, da wir sowieso keine Ahnung haben was was ist. Die Wahl ist aber nicht zu schlecht. Da wir fast die einzigen Nichtasiaten sind, ziehen wir schon einige Blicke auf uns. :-)

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Sonnabend, 24.11.2007

Eigentlich sollte es um 8 Uhr zum Borobudur Tempel losgehen. Da wir aber etwas Vorsprung vor den anderen Touristen wollen und auch gehört haben, dass es dort am Morgen sehr schön sein soll, starten wir um sieben. Gut so, es sind noch nicht viele Leute da und die Umgebung liegt noch im Morgennebel. Die buddhistische Tempelanlage ist riesig und sehr imposant. Wir verbringen dort eine ganze Weile bis dann auch die Menschenmenge immer größer wird. Zwischenzeitlich lassen einige Japaner aber auch Indonesier den Tempel links liegen und entdecken uns als Attraktion. Wir sind jetzt auf etlichen Fotos drauf. Es werden in Zukunft mit Sicherheit jede Menge Japaner zum Borobudur Tempel fahren, nur um uns zu sehen oder sich mit uns ablichten zu lassen! ;-)

Nicht weit weg statten wir dem Mendut Tempel noch einen kurzen Besuch ab. Nachdem man sich einen Weg durch die ganzen Souvenirverkäufer gebahnt hat, kommt man zu einem kleinen Tempel mit einer beachtlichen Buddha-Statue.

Anschließend besichtigen wir noch eine Batikmanufaktur sowie eine Silberschmiede. Wir rechnen zwar mit dem schlimmsten - man wird in Läden geschleift, wo man sowieso nix kaufen will - aber es war doch beides recht interessant. Die eigentliche Kunst der Batikherstellung hat nix mit halbdilettantischem Abbinden und Färben von T-Shirts zu tun, sondern ist ein unheimlich aufwendiges und filigranes Verfahren mit mehrmaligen Wachsauftragen, Färben, Wachsentfernen.

Am Abend ziehen wir nochmal durch das Studentenviertel. Heute ist es bedeutend ruhiger, klar - Wochenende. Wir entscheiden uns für eine kleine Garküche am Straßenrand. Bestellt wird wieder mit der bewährten „Keine Ahnung was das ist, aber klingt gut!”-Methode. Klappt auch wieder, es ist lecker und kostet umgerechnet 50 Cent. Danach gibt es noch ein Bier in einer kleinen Bar.

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Sonntag, 25.11.2007

Die letzten Tage war der Blick auf den Vulkan Gunung Merapi außergewöhnlich gut. Auch heute sieht es wieder gut aus. Nach dem wieder sehr leckeren Frühstück im Hotel bricht unsere kleine 3-Mann-Reisegruppe wieder auf. Indri schafft uns nicht zum üblichen Ausblickspunkt sondern zu einem etwas weniger bekannten Ort, nach Kaliadem. Das Panorama mit dem Berg ist genial, keine einzige Wolke am Gipfel, außer der Rauchfahne des Vulkans selbst. Sogar Indri ist völlig aus dem Häuschen. Wir glauben ihr, dass die Sicht wirklich was Besonderes sein muss, als sie uns um ein Foto nur mit ihr und Berg bittet. Als wir wieder aufbrechen, zieht es plötzlich zu, der Berggipfel ist verschwunden. Glück gehabt!

Mit dem eigentlichen Tourprogramm sind wir jetzt durch. Da wir aber noch ewig Zeit bis zum Flug nach Jakarta am Abend haben, bietet uns Indri an, für paar Dollar zusätzlich noch ein paar Sachen mehr machen. Wir sind dabei. Es geht in ein kleines Batik-Museum und zu einem Wochenendmarkt in Kaliurang. Hier probieren wir typisch indonesische Leckereien, süßen Klebereis, eingelegten Tofu, gebackene Sojabohnen und Salak (Schlangenfrucht). Wir laufen durch den Forest Park, wo es Regenwald und Affen zu sehen gibt. Indri hat mitbekommen, dass wir sehr gern indonesisches Essen probieren und führt uns noch in ein Fischrestaurant. Die Tische sind in kleinen Hütten auf Bambusstegen und man sitzt auf dem Boden. Es gibt es richtig leckeren Fisch und verschiedenste Gemüse.

Dann wird es langsam Zeit in Richtung Flughafen aufzubrechen. Von Yogyakarta geht es nach Jakarta, der Hauptstadt. Sofian hat uns kurz vorher mitgeteilt, dass er kein Hotel gebucht hat. Wir würden einfach bei seiner Schwester und seinem Schwager übernachten und dass sie uns am Flughafen abholen. Gesagt, getan. Leider ist es schon dunkel, aber wir bekommen doch noch eine kurze Stadtrundfahrt, bevor wir alle zusammen in ein Restaurant fahren. Auch hier gibt es wieder allerlei Fisch. Kulinarisch ist dieser Tag wohl kaum zu überbieten. Dann geht es zu den beiden nach Hause. Wir haben das Kinderzimmer. Die beiden Kleinen werden kurzerhand ausquartiert. Uns ärgert bißl, dass wir keine Möglichkeit haben uns hier irgendwie zu revanchieren...

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Montag, 26.11.2007

Der Flughafen ist es zum Glück nicht weit weg, denn wir müssen schon kurz nach 6 Uhr morgens am Schalter sein. Wir können unseren Gastgeber nicht ausreden, dass sie uns fahren. Wir hätten auch mit einem Taxi kein Problem gehabt. Doch wir haben keine Chance... Kurz nach sieben hebt unser Vogel ab nach Makassar im Süden von Sulawesi, wo Sofian zusteigen wird.

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