Stewart Island
Stewart Island ganz im Süden von Neuseeland gilt als Wanderparadies. Es gibt nur einen kleinen Ort namens Oban. Der Rest der Insel ist Nationalpark. Man kann zwischen zwei Wanderstrecken wählen, dem dreitägigen Rakiura Track mit 36km und dem zehntägigen North West Circuit mit 125km. Beide Wege haben zwischen den Etappen Hütten mit Ofen und fließend Wasser. Da wir es Anfang nicht übertreiben wollen und der North West Circuit auch als einzige Schlammschlacht gilt, haben wir uns für den kürzeren Track entschieden.
Nachdem wir gestern abend nochmal unsere Jacken und Schuhe wasserdicht gemacht haben, brechen wir morgens gegen halb zehn zur ersten Etappe unserer Wanderung auf.
Zuerst geht es von Oban die Straße und am Strand entlang. Nach 5km sind wir am eigentlichen Startpunkt des Rakiura Tracks. Von hier laufen wir den schmalen Weg an der Küste. Der Track ist vom Schwierigkeitsgrad als medium eingestuft. Bis auf ein paar äußerst schlammige Passagen gibt es aber keine schwierigen Stellen. Das Wetter spielt heute spitzenmäßig mit, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel.
Wir passieren eine recht abenteuerlich aussehende Hängebrücke und sind nach ca. 4½ Stunden an der Port William Hut angekommen. In der Hütte sind wir nur zu sechst: ein Engländer, ein Belgier, ein tschechisch-polnisches Pärchen und wir. Am Abend sitzen wir noch bis kurz nach zehn am Ofen und quatschen. Dass es draußen regnet, stört uns nicht weiter...
Der zweite Tag beginnt mit Regen. Es lassen sich alle ziemlich Zeit am Morgen. Gegen zehn kommen dann aber doch die ersten Ecken blauer Himmel durch und wir brechen auf. Die Etappe ist ebenfalls wieder 12km lang, diesmal aber mit ziemlich Bergauf und Bergab. Heute geht es richtig durch den Wald und wir sehen und hören viele Vögel. Der Großteil des Weges ist auf Boardwalks und somit auch recht einfach zu laufen. Ab und zu müssen wir dann aber doch durch einige Schlammlöcher durch. Obwohl die Strecke mit sechs Stunden angesetzt ist, sind wir trotz recht langsamen Laufens schon nach knapp fünf Stunden an der North Arm Hut. Die Besetzung in der Hütte ist wieder die gleiche. Allerdings geht es heute deutlich ruhiger zu, da alle etwas geschafft sind.
Die letzte Etappe geht wie gestern wieder durch dichten Wald, ist aber nicht so hügelig. Wir sind wieder nicht allzu schnell unterwegs, schaffen die Strecke aber locker in den angesetzten vier Stunden. Das Wetter spielt heute wieder absolut mit, strahlend blauer Himmel. Es gibt weniger Boardwalks aber dafür mehr Schlammlöcher. Zwischendurch schrecken wir am Wegrand ein ziemlich großes Reh auf. Wieder in Oban angekommen sind wir dann aber trotzdem erstmal froh die Rucksäcke absetzen zu können.
Halb vier geht dann unsere Fähre zurück nach Bluff. Die Überfahrt ist aber heute viel ruhiger als vor drei Tagen. Wir schmeißen die Rucksäcke ins Auto und fahren wieder nach Invercargill. Hier gönnen wir uns erstmal ein Hähnchen vom Grill bevor wir auf dem Campingplatz wieder Ordnung schaffen, Wäsche waschen und uns eine schöne lange Dusche genehmigen.
Der Rakiura Track war ein guter Einstieg für eine Mehrtageswanderung. Wir haben auch nochmal mitbekommen, was denn noch alles an Kleinigkeiten fehlt bzw. was wir einfach im Auto vergessen haben. Auch wenn die Rucksäcke wieder etwas gedrückt haben und mit Sicherheit etwas Muskelkater im Anmarsch ist, hat es uns Spaß gemacht wieder so unterwegs zu sein. Mit dem Wetter hatten wir riesengroßes Glück.


