Queenstown
Am Morgen schauen wir nochmal zum Fjord, genauer zum Freshwater Basin. Wir spazieren noch etwas herum und brechen dann auf. Es geht von Meereshöhe auf über 1000m hoch. Wir fahren durch den 1207m langen Homer-Tunnel, an dessen Ende der Pass ist. Hier halten wir nochmal an um einen Kea (Alpenpapagei) vor die Linse zu bekommen.
Der Weg nach Te Anau zieht sich ganz schön. Auch wenn wir die Strecke schon einmal gefahren sind, sieht wegen des Wetters alles wieder ganz anders aus. Von Te Anau geht es weiter in Richtung Queenstown. Wir kommen am späten Nachmittag an und suchen uns einen netten Campingplatz.
Heute lassen wir es mal wieder etwas langsamer angehen. Zuerst geht es ins Stadtzentrum. Queenstown ist sehr schön gelegen. Tiefblauer, wolkenloser Himmel, Blick auf den Lake Wakatipu und die vom Herstlaub kunterbunten Bäume ergeben eine sehr schicke Kombination. Wir wollen nochmal wegen dem Rees-Dart-Track schlau machen, unserer nächsten geplanten 4..5-Tage-Wandertour. Auf der Hauptstraße des kleinen Ortes ist ein Touri-Laden neben dem anderen. Queenstown ist eine Mischung aus Skiort und riesigem, überdrehtem Abenteuerspielplatz. Während es im Winter die Skisaison krachen lässt, versucht man hier in der restlichen Zeit des Jahres dem gemeinen Touristen mit allen Mitteln sein eigenes Adrenalin zu verkaufen. Man kann hier so ziemlich alles an mehr oder weniger verrückten Sachen machen, die einem nur einfallen:
Bungee Jumping am sozusagen Originalort, der 43m hohen Kawarau-Brücke, Bungee Jumping aus einer 134m hohen Gondel, Bungee Rocket (ein Bungee-Katapult), Sky Diving (Tandem-Fallschirmspringen), mit einem Jetboat über den Shotover River jagen, auf dem selbigen beim Rafting oder River-Surfen Wasser schlucken, sich an einem Strick durch das Tal schwingen oder ähnlichen teuren Unsinn treiben...
Die Kawarau Bridge ist zwar bei weitem nicht die höchste Stelle für Bungee-Jumping, dafür aber der Geburtsort des kommerziellen Gummiseilhüpfens. AJ Hackett betreibt den Spaß hier seit 1988. Naja, was will man machen, man kommt halt dann doch irgendwie nicht drumrum. Und wenn schon, dann hier... ;-)
Nachdem wir gestern Nachmittag schon mal kurz an der Brücke vorbeigeschaut haben und für den Tag schon alles ausgebucht war, probieren wir es heute nochmal. Es sind hier wirklich massenhaft Leute, die sich das aus unerfindlichen Gründen antun wollen. :-)
Wir sind ein paar Minuten zu spät dran und mein Zeitfenster ist schon wieder geschlossen. Ich bekomme dann einen „Termin” für halb zwei. Für Kathleen kommt die Sache eher überhaupt nicht in Frage. Lustigerweise ist Kathleen total durch den Wind, während ich ziemlich gelassen bin. Dann geht alles ganz schnell. Das ca. 30mm dünne Gummiseil um die Beine, und zur Plattform gewatschelt. 43m sind verdammt hoch! 3-2-1... Moment noch, das ist verdammt HOCH! Einfach nicht drüber nachdenken. Beim zweiten Anzählen spring ich einfach...


