Tagebuch

Mittwoch, 12.02.2020

Der Wecker klingelt zeitig und kurz vor sieben stehen wir am Bahnhof Neustadt, um in den Zug nach Berlin zu steigen. Zum Glück ist das Sturmtief von vor zwei Tagen Geschichte und wir kommen pünktlich nach Berlin, wenn auch mit einem Ersatzzug. Mit der S-Bahn fahren wir weiter nach Schönefeld um hier beim Einchecken zu erfahren, dass der Flieger schon mal mindestens eine Stunde Verspätung hat. Somit ist genug Zeit am Airport.

Halb zwei statt 11:50 Uhr geht es dann wirklich los. Es ist ziemlich eng, was Constantin so gar nicht interessiert, er verschläft den Flug fast komplett. Als wir die Reiseflughöhe kurz vor Antalya verlassen, wird es sofort ungemütlich. Es ruckelt ordentlich und was nicht alle in unserer kleinen Reisegruppe kalt lässt. Draußen ist totale Suppe und bei der Landung gießt es in Strömen. Die Einreise- und Mietwagenformalitäten sind schnell erledigt. Im Ford Tourneo gibt es genug Platz, überraschenderweise allerdings nur Gurte für vier Personen. Ein anderes Auto der Größe aufzutreiben wird schwierig, also No risk no fun.

Nachdem auch das Navi weiß, wo wir sind, ist der Weg vom Flughafen nach Belek schnell gefunden. Das Limak Atlantis, unsere 5-Sterne-Behausung, macht einen imposanten Eindruck. Wir bekommen tatsächlich ein rosa (!) Bändchen ans Handgelenk und sollen angesichts der Uhrzeit auch gleich Essen gehen. Das Büfett lässt keine Wünsche offen. Auch beim Zimmer kann man absolut gar nichts aussetzen. Alles vom Feinsten.

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Donnerstag, 13.02.2020

Durch die zwei Stunden Zeitverschiebung schaffen wir es erst Viertel zehn zum Frühstück. Auch hier bietet das Büfett alles was das Herz begehrt. Nun muss natürlich erstmal die riesige Hotelanlage erkundet werden, logischerweise mit einem Abstecher zum Strand und zum Meer. Obwohl Dauerregen angesagt ist, hat es sich ziemlich beruhigt und sogar die Sonne drückt ab und zu durch.

Erstes Ziel für heute: Stadtzentrum von Belek. Allerdings gibt es hier nur ein „Ganz nett”, viele Läden und eine historisch anmutende Ruinen-Kulisse aus Stahl und Spritzbeton. So ziehen wir weiter zum nächsten Ziel: Düden Park in Antalya. Mittlerweile ist von schlechtem Wetter keine Rede mehr, die Sonne scheint und es ist gleich richtig warm.

Im Düden Park gibt es einen beeindruckenden Wasserfall. Die Wassermassen ergießen sich aus etwa 40m Höhe über die Steilküste ins Meer. Das alles bei diesem Wetter - herrlich! Nach einem Eis geht es weiter in die Innenstadt. Wir suchen uns einen Parkplatz und laufen zunächst Richtung Karaalioğlu Parkı zum Meer. Das ist insofern schwierig, da Consti auf der kurzen Fahrt eingeschlafen ist und sich trägt wie ein nasser Sack. So bleiben wir noch eine Weile sitzen und gönnen ihm noch etwas Mittagsschlaf.

Mit wieder munterem Kind schlendern wir zum Hıdırlık Tower, einer der historischen Sehenswürdigkeiten. Die kleinen Gassen der Altstadt sind zwar recht touristisch ausgelegt mit Souvenirshops und jeder Menge Bars und Restaurants, aber sehr nett. So biegen wir in eine Bar mit schönen Innenhof ab und bestellen ein paar Kleinigkeiten.

Nun sollten wir zusehen, dass wir langsam wieder zum Auto zurück kommen, denn mittlerweile ist es nach fünf und demnächst wird es dunkel. Schließlich wollen wir unbedingt noch zum Hadrianstor. Das Tor mit drei Bögen wurde zu Ehren des römischen Kaisers gebaut und steht hier seit dem Jahre 130 A.D.

Zurück in Belek im Hotel spachteln wir wieder leckere Sachen vom Büfett und am Abend hat Constantin noch Spaß bei der Kinderdisko. Obwohl wir heute eigentlich gar nicht so viel Bewegung hatten, schlafen wir zusammen mit Consti ein. Die zwei Mädels machen allerdings noch eine Weile Party im Zimmer nebenan.

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Freitag, 14.02.2020

Das Wetter am Morgen ist bescheiden, grau, Regen, kühl. So macht es nichts, wenn wir heute eine längere Autofahrt angehen. Da haben wir nun ein schickes 5-Sterne-Hotel und was machen wir? Wir buchen uns eine Nacht in einem preiswerten kleinen Hotel in Pamukkale ein. :-) Wir wollen uns diese Attraktion auf jeden Fall anschauen. Da sie aber gut 3½ Stunden von Antalya entfernt ist und keiner Lust auf endlose Stunden für Hin- und Rückreise an einem Tag hat, machen wir es so. Bestimmt kommt im Hotel sonst kaum einer auf so eine Idee. Oder auch gar niemand.

Vorbei an Antalya geht es in Richtung Norden und ins Gebirge. Das Thermometer zeigt immer weniger an und es kommt die Schneegrenze in Sicht. Das Panorama ist allerdings schon genial. Es ist zwar kalt, aber immerhin nun trocken. Wir kommen in Pamukkale an, suchen unser kleines Hotel und essen was in einem der vielen zu dieser Jahreszeit verwaisten Restaurants. Dann wird es Zeit zu den Sinterterrassen zu laufen, die uns schon von weitem entgegen geleuchtet haben und auf die Entfernung eher wie ein Skihang aussahen.

Der Eintrittspreis ist recht gesalzen. Aber das ist kaum verwunderlich, handelt es sich doch um eine der meistfrequentierten Attraktionen des Landes. Die Masse an Leuten ist im Februar sehr überschaubar. Auf dem Kalkstein darf man nur barfuß unterwegs sein. Obwohl die Temperaturen nicht allzu hoch sind, es es recht angenehm auf dem sehr griffigen Untergrund zu laufen und auch nicht kalt. Die Wolken rundrum sind ziemlich dunkel und stehen im Kontrast zum weißen Kalkstein (oder Travertin oder Calciumcarbonat, um noch paar Fachbegriffe zu stressen). Wir haben alle ziemlich Spaß im kleinen Bach bergauf zu laufen, der nach oben immer wärmer wird.

Es ist vor 30 Jahren sehr viel schief gelaufen mit dem Schutz des Weltkulturerbes. Aber es wird versucht, die Schäden wieder in den Griff zu bekommen. So kann man nicht mehr überall in den Naturpools baden. Dazu wäre es aber sowieso zu kühl.

Oben angekommen, bleiben die Mädels am Wasser, während der Rest voon uns die historische Stadt Hierapolis erkunden. Wir steigen hinauf zum riesigen Amphitheater. Man könnte hier noch stundenlang alte Steine anschauen, aber es ist doch schon spät am Nachmittag und wir sehen zu den „Baumwollberg” wieder hinunterzukommen. Mittlerweile sind wir auch fast die Letzten am Berg.

Da sich der Hunger am Abend in Grenzen hält, ziehen wir nochmal los, um eine Kleinigkeit zu essen. Wir landen in einem netten kleinen, aber leeren Restaurant und essen leckere türkische Meze. Wir hatten echt Glück mit dem Wetter, denn nun gießt es in Strömen.

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Sonnabend, 15.02.2020

Am Morgen stehen die beiden Mädels und ich zeitig auf. Wir haben nämlich gestern ein ziemlich unschlagbares Angebot für eine Ballonfahrt bekommen. Erst hieß es, mit Constantin im Tragegurt sei das überhaupt kein Problem. Allerdings stellte sich schnell heraus, die Anbieter nehmen Kinder generell erst ab einem Alter von sechs Jahren mit, was ja auch völlig verständlich ist. So hatten wir gestern beschlossen, dass ich mit den beiden Mädchen am Morgen starte. Alles bleibt jedoch abhängig vom Wetter. Und das macht uns nun auch einen Strich durch die Rechnung. Es nieselt und es ist neblig. Kurz drauf, meldet sich auch die Agentur und meint, wir sollen einfach vorbeikommen, um unser Geld wieder einzusammeln.

So gibt es im kleinen Hotel erstmal Frühstück, sehr lecker und nett angerichtet. Hier merken wir wieder, dass uns das doch eigentlich viel mehr passt, als das Hotel in Belek. Nach dem Frühstück werden wir in der Agentur gleich gefragt, wie lange wir bleiben, denn morgen soll das Wetter viel besser sein. Am Ende sind alle ein wenig enttäuscht, aber wir versprechen wieder zu kommen, wenn der Kleine alt genug ist.

Im Regen starten wir in Richtung Belek. Da wir eine neue Strecke fahren möchten, biegen wir in Denizli in Richtung Burdur ab. Die Fahrt ist recht unspannend. Wir entschließen, in Burdur Mittagspause zu machen. Zunächst haben wir aber etwas zu tun, das Stadtzentrum ausfindig zu machen. In der kleinen Fußgängerzone entern wir eine der Bars. Es gibt leckere Sachen und man ist sehr um uns bemüht, denn zu viele Touristen werden gerade im Februar wohl nicht hier aufschlagen. Im Internet schauen wir noch nach den Sehenswürdigkeiten, die Burdur zu bieten hat. Ein historisches Händlerhaus ist gerade mal 700m entfernt und passt bestens zum Verdauungsspaziergang. Das Haus Mısırlılar Evi sieht zunächst aus wie ein Museum. Vor der Treppe liegen Schuhüberzieher bereit. Allerdings kommt im Innenraum keine Kasse, sondern wir stehen inmitten eines kleinen Cafés. So gibt es einen Tee und einen türkischen Mokka. :-)

Zurück am Auto nehmen wir die zweite Hälfte des Weges in Angriff. Constantin schläft schnell ein und bekommt vom Schnee auf dem Pass gar nichts mit. Die Strecke zieht sich. Wir kommen in eine Straßenkontrolle, werden aber nach erfolgloser Sprachkommunikation einfach weitergewunken.

Gegen fünf sind wir wieder im Atlantis Hotel in Belek. Mit den Kindern gehe ich erstmal ins Schwimmbad und Constantin quiekt vor Vergnügen. Der Rest des Abends? Türkische Meze vom Büfett, Baklava und an der Bar noch einen Cocktail.

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Sonntag, 16.02.2020

Allerbester Sonnenschein! So geht es gleich nach dem Frühstück los in Richtung Aspendos. Am Morgen schon 16°C, blauer Himmel, Blick auf die schneebedeckten Berge des Taurusgebirges am Horizont lassen gute Laune aufkommen. Nach einer halben Stunde Fahrt erreichen wir Aspendos mit einem riesigen Amphitheater, welches, bestimmt zigmal ausgebessert, die Jahrtausende überstanden hat. Nach einer Weile auf den sonnigen Stufen und der Erkundung der Bühne steigen wir noch den Hügel hinauf, wo es noch unzählige antike Ruinen inmitten von herrlichen frühlingshaften Blumenwiesen zu sehen gibt. Ich bleibe sogar etwas länger hier oben, streune durch die riesige historische Stätte und kann mich gar nicht satt sehen.

Unser nächster Stopp ist Manavgat. Hier gibt es einen Wasserfall, den wir uns definitiv anschauen möchten. Wir parken erstmal in der Stadt und laut Navi ist es nicht so weit zu unserem Ziel, sodass wir laufen. Allerdings kommen wir an keinem Wasserfall raus, sondern nur an einem aufdringlich hilfsbereiten Mann, der uns erklärt, dass es zum Wasserfall nochmal 4,4km sind. Und natürlich soll diese Information nicht für umme sein. Wir tapern wieder zurück. Die Mädels murren nicht, aber Constantin schläft ein und so ist es schwierig, den nassen Sack zu schleppen. Zum Glück finden wir im sich ziehenden Wohnviertel dann doch ein kleines Restaurant mit leckeren Pide. Während Consti noch schläft, hole ich das Auto und dann versuchen wir das mit den Manavgat Wasserfällen in einem neuen Anlauf.

Hier scheint es deutlich mehr Wasser zu geben, als normal, denn einige der Terrassen sind komplett überspült. Im kleinen Park gibt es Tee und Eis in der Sonne. Mittlerweile ist es nun schon so spät, dass sich ein Abstecher nach Side heute nicht mehr lohnt. So halten wir in Manavgat nochmal an der Standseilbahn, nur um festzustellen, dass hier Winterpause ist. Wir fahren gemütlich wieder nach Belek und chillen - die Kinder vor’m Fernseher, wir mit Milchkaffee am Strand in den letzten Sonnenstrahlen.

Beim Abendessen picken wir uns die leckersten Sachen vom Büfett und am Abend gönnen wir uns noch einen Cocktail an der Bar.

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Montag, 17.02.2020

Am Morgen planen wir zum Frühstück, wie wir denn die letzten zwei Tage hier noch verbringen wollen. Es scheint sehr viele Wasserfälle in dieser Ecke zu geben. Für den Vormittag setzen wir den Kurşunlu Şelalesi auf unsere Besichtigungsliste. So geht es zum Kurşunlu Naturpark. Im Februar gibt es nicht allzu viel Grün, aber dafür genug Wasser. Die Runde an unterschiedlich großen Fällen ist sehr angenehm, zumal auch hier wieder so gut wie niemand unterwegs ist.

Zurück im Hotel schaffe ich es bei dem herrlichen Wetter auch einmal kurz ins recht kühle Mittelmeer zu springen. Das Wasser hat vielleicht 16°C und ich bin genauso schnell wieder draußen, wie ich drin war. Heute sind wir mal genau richtig, um auch das Mittagessen zu probieren. Das Angebot ist nicht großartig anders als abends, aber wir sitzen sehr schön in der Sonne auf der Terrasse. Am Nachmittag tun wir den Mädels den Gefallen, heute shoppen zu gehen. So fahren wir in Richtung Antalya und lassen die beiden an der Mall of Antalya raus. Die beiden kommen hier auf jeden Fall klar, sodass wir weiterfahren und uns noch etwas die Innenstadt anschauen. Constantin schläft noch etwas, während wir Milchshake und Kaffee schlürfen. Dann geht es durch die Ladenstraßen, in der natürlich jeder versucht, uns in seinen Souvenirshop zu lotsen. Am Hafen steigen wir kurzentschlossen auf ein in wenigen Minuten abfahrendes Ausflugsboot und schauen uns die Stadt die nächste Dreiviertelstunde von der Seeseite an. Nun wird es Zeit, zum Auto zurückzulaufen und die beiden Mädchen langsam wieder einzusammeln.

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Dienstag, 18.02.2020

Heute ist unser letzter Tag. Eigentlich sollten wir morgen erst am Abend zurückfliegen, aber die Airline hat vor zwei Wochen die Flugpläne umgestellt und so geht es schon morgens los. Stellt sich die Frage, was wollen wir heute machen? Da wir den Ort Side noch nicht geschafft haben, muss nicht lange überlegt werden. Nach dem Frühstück geht es bei herrlichem Sonnenschein in Richtung Osten los. Das Auto lassen wir auf dem großen Parkplatz außerhalb der antiken Altstadt und laufen in Richtung Stadttor. Hier werden wir von einem „freundlichen Touristenführer” angelabert und natürlich sind seine Geheimtipps bares Geld wert. Da wir das nicht einsehen, er aber auch nicht leer ausgehen soll, kaufen wir ihm einen Stadtplan ab und Consti ist nun mit seiner „Schatzkarte” glücklich.

Die Empfehlung mit dem Blick vom Sandhügel ist sogar recht gut, den Rest hinunter zum Hafen schaffen wir aber ohne Hilfe. Unterwegs kommen wir an etlichen Bars und Läden vorbei und jeder hat was anzupreisen. Es läuft aber alles sehr entspannt und das Gefeilsche ist recht witzig. Nach einer Runde am Hafen, vorbei am Tempel von Apollo und Athena, geht es zur historischen Hauptstraße. Die Häuser sind neueren Datums, aber noch immer an derselben Stelle. In einer Bar gönnen wir uns einen Happen zu Mittag und sitzen auf einem Glasboden mit Blick auf antike Grundmauern.

Nun erkunden wir noch das große Amphitheater. Wir sitzen eine ganze Weile in der Sonne rum und ich versuche mir den Trubel hier vor 1800 Jahren vorzustellen.

An einer Eisdiele können wir gar nicht so schnell schauen, wie die Kinder ein Eis in der Hand haben. Der Preis dafür ist mehr als dreist, aber von so etwas lassen wir uns die Laune nicht vermiesen.

Es wird Zeit zum Hotel zurückzufahren, denn ich muss heute das Auto noch am Flughafen abgeben, nicht aber ohne vorher noch einen Kaffee zu schlürfen. Der Mietwagen ist recht schnell zurück gegeben und nun warte ich auf meinen gebuchten Transfer. Der ursprüngliche Plan vom Flughafen nach Belek mit dem Bus zu fahren ist recht kompliziert, undurchsichtig und vor allem langwierig. So hatte ich gestern für einen Bruchteil des Preises einer Taxifahrt einen Privat-Transfer gebucht. Mit einem 9-Sitzer werde ich nun recht mondän vom Flughafen zurück chauffiert.

Zurück im Hotel gehen wir noch auf einen letzten Raubzug zum Büfett, es gibt noch einen Gin-Tonic und dann heißt es Packen!

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Mittwoch, 19.02.2020

Aus der ursprünglich geplanten, entspannten Abflugzeit 18:00 Uhr wurde vor zwei Wochen dann 7:00 Uhr. Leider verlieren wir dadurch fast einen ganzen Tag. Mindestens genauso schlimm, wir müssen um 3:40 Uhr vor dem Hotel stehen, denn wir nehmen nun den Bus-Transfer zum Flughafen in Anspruch.

Wenigstens hebt der Flieger pünktlich ab. Constantin hat es wieder gut, er schafft es den kompletten Flug entspannt zu verschlafen. Alle anderen dösen nur irgendwie vor sich hin.

In Schönefeld angekommen, nehmen wir die S-Bahn in Richtung Südkreuz. Zum Glück stellen wir noch rechtzeitig fest, dass unser Zug dort gar nicht hält und so steigen wir unterwegs nochmal um, damit wir stattdessen zum Hauptbahnhof kommen.

Kurz nach elf geht es dann auf die letzte Etappe Richtung Dresden und gegen halb zwei sind wir wieder zu Hause angekommen.