Tagebuch Madeira / Portugal (Eintrag 3 von 3)

Portugal: Lissabon, Óbidos, Sintra

Dienstag, 12.07.2016

Früh am Morgen checken wir im Solar de Boaventura aus, fahren zur Mietwagenstation, wo wir das Auto zurückgeben und werden mit dem Mietwagenshuttle die paar Meter zum Flughafen gebracht. Die TAP und wir, das scheint irgendwie nicht zu funktionieren. Unser Flug hat schon wieder eine Stunde Verspätung. Aber wir können die Zeit wenigstens nutzen, um mal zu planen, was wir denn eigentlich in Lissabon und Umgebung anstellen wollen. Im Moment sind nur die beiden nächsten Nächte gebucht. Danach haben wir noch drei Tage und bis jetzt nur einen Mietwagen. Einige Seiten im Internet später wissen wir, dass wir nach Óbidos und nach Sintra wollen.

Irgendwann in Lissabon angekommen, fahren wir mit der Metro in die Nähe unseres Hotels, laufen den Rest zu Fuß und checken ein. Prädikat: Ganz nett.

Nun machen wir uns auf eine erste Entdeckungstour in Lissabon und laufen in Richtung Zentrum. Auf der Suche nach einem Restaurant mit weniger fleischlastiger Karte landen wir in einem portugiesisch/indisch/italienischen Lokal (interessante Kombi). Am Abend spazieren wir weiter kreuz und quer durch die kleinen Gassen und genießen das Licht.

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Mittwoch, 13.07.2016

Heute steht Lissabon auf dem Plan. Nach einem Frühstück beim Bäcker um die Ecke nehmen wir die Metro Richtung City. Nicht genau auf die Karte geschaut und schwupps ist man wo ganz anders. So kommen wir zuälligerweise in der Nähe des Parlaments raus, wo wir dann in die historische Tramlininie 28E einsteigen und einmal die komplette Strecke abfahren.

Die Burg Castelo de São Jorge schauen wir nur von außen an und kehren lieber für einen Mittagsimbiss ein. Dann geht es hinunter zum Praça do Comércio und von da mit der Straßenbahn in Richttung Belém. Hier besichtigen wir die Kirche Santa Maria de Belém am Kloster Mosteiro dos Jerónimos. Danach laufen wir zum Torre de Belém, der als Sehenswürdigkeit aber nicht in den Top10 landet.

Zurück in der Innenstadt von Lissabon schlendern wir wieder dur etlich Gassen, vorbei am Elevador de Santa Justa, einem Personenaufzug, und am Ascensor do Lavra, einer Standseilbahn. In einer unscheinbaren, aber gemütlichen Taverne in einer kleinen Seitenstraße genehmigen wir uns ein Abendessen, bevor wir dann beschließen, dass es für heute auch langt.

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Donnerstag, 14.07.2016

Wir checken aus, frühstücken beim Bäcker und fahren zum Flughafen, wo wir uns vom Shuttle der Mietwagenfirma abholen lassen. Hätte man einfacher haben können, denn zum Schluss sind wir wieder halb in der Stadt. Mit einem Fiat Punto versuchen wir nun den Mautstraßen nach Norden auszuweichen. Unser Ziel ist das kleine Städtchen Caldas da Rainha. Dort angekommen beziehen wir unser Hotel und schauen die nette Innenenstadt und einen Park an.

Gegen Abend fahren wir dann ein paar Kilometer weiter nach Óbidos. Das soll einer der schönsten Orte hier sein. Es wird aber auch empfohlen, erst nach 17:00 Uhr hier aufzuschlagen, wenn die Heerscharen der Touristenbusse wieder abgezogen sind. Genauso machen wir das. Der kleine mittelalterliche Ort Óbidos bekommt die volle Punktzahl. Noch mehr begeistert sind wir von Mittelalterfest, was am Abend beginnt. Es fehlt an nichts, Ritterspiele, Markt, jede Menge authentisches Essen, Schausteller und sogar Statisten, die mitten unter den Besuchern Leprakranke oder Besessene mimen. Alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht und perfekt umgesetzt. So bleiben wir viel länger, als wir eigentlich vorhatten und kehren erst spät abends nach Caldas da Rainha zurück.

An der Bar120 mit über 100 Sorten Gin in der Auswahl komm ich trotzdem nicht vorbei und probiere den einheimischen Gold Grail.

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Freitag, 15.07.2016

Nach einer Nacht in Caldas da Rainha verlassen wir den Ort auch schon wieder und ziehen weiter zur Küste, zur Halbinsel Peniche. Diese ist ganz nett, nur finden wir die Festung nicht, die wir im Zusammenhang mit Peniche im Internet gesehen haben. Nach einigen Recherchen stellt sich dann raus, wir suchen das São João Baptista Fort, was aber nicht hier, sondern auf der vorgelagerterten Insel Berlenga ist. Wir werfen unsere Planung nochmal über den Haufen und buchen halb drei spontan eine Bootsfahrt zur 12 Kilometer vor der Küste liegenden Insel. Die Fahrt soll sich auch absolut lohnen, das Reserva Natural das Berlengas ist ein Vogelschutzgebiet mit einem winzigen Hotel, einem Campingplatz, dem Fort, in dem man auch übernachten kann und traumhaften Buchten.

Vier Stunden später sind wir wieder mit dem Schnellboot zurück auf dem Festland und sehen zu, dass wir die gut 80 Kilometer bis Sintra hinter uns bekommen. Die Strecke zieht sich, da wir die Küstenstraße nehmen. In Sintra angekommen suchen wir unsere Unterkunft, eine gemütliche kleine Pension in einer winzigen Seitenstraße. Die Restaurantempfehlung im Internet passt auch, das gesuchte Lokal ist keine 20m entfernt.

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Sonnabend, 16.07.2016

Sintra, Weltkulturerbe und voll von Palästen und den verschiedensten interessanten Bauwerken. Unser Guest House VC17 hat eine Überraschung parat. Obwohl bei der Übernachtung keine Mahlzeiten inbegriffen sind, steht für uns am Morgen ein leckeres Frühstück bereit.

Am Vormittag machen wir uns bei gefühlten 38°C in Richtung Burg auf. Der Weg ist steil und beschwerlich und wir haben die Befürchtung, die einzigen Deppen zu sein, die zu Fuß hier hochtigern.

Die Aussicht versöhnt allerdings für die Strapazen. Nur weiter hinüber zum Palácio Nacional da Pena wollen wir dann doch nicht und so biegen wir hinunter in die Stadt. Hier kehren wir bei einem Inder ein, der auf jeden Fall eine sichere Bank zwecks vegetarischem Angebot ist.

Aus Mangel an gescheiter Reiseliteratur haben wir den Inverted Tower noch nicht ausmachen können. So schauen wir nochmal in unserer Pension vorbei und wissen dann, dass wir ins Quinta da Regaleira müssen. Das ist ein Palast mit eine Art Landschaftspark, wo sich im 19. Jahrhundert ein Architekt so richtig ausgetobt hat. Das Schloss erinnert an eine Kleckerburg am Strand, der Park mit den Tunneln, Grotten und Geheimgängen ist ein einziger Abenteuerspielplatz. Eine der Attraktionen ist der Inverted Tower, ein 27 Meter in die Erde hineingebauter Turm bzw. Brunnen. Auf jeden Fall ist das unser persönliches Highlight in Sintra.

Gegen Abend brechen wir dann nochmal zu einem Bad im Atlantik auf, denn morgen ist unsere Zeit hier schon wieder um. Wir genießen noch einen schönen Sonnenuntergang und kehren zurück in Sintra noch einmal schick ein.

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Sonntag, 17.07.2016

Mitten in der Nacht aufstehen, zusammenpacken, das Auto die 30 Kilometer von Sintra in Richtung Lissabon steuern, am Flughafen die Rucksäcke am Baggage drop off aufgeben, in der Innenstadt ein Café oder einen Bäcker finden, der sonntags um die Zeit schon geöffnet hat, frühstücken, Pastel de Natas bunkern, Mietauto volltanken, Mietauto abgeben und uns wieder mit dem Shuttle am Flughafen abliefern lassen. Das ist ungefähr unser letzter Morgen in Portugal.

Der Flieger startet diesmal sogar pünktlich. Bis wir in Schönefeld dann unser Gepäck wieder haben, dauert es dann doch noch ein Weilchen und so sind wir nach den letzten Metern Bus und U-Bahn am Nachmittag wieder in Berlin. Da wir nun Appetit auf einen etwas anderen Geschmack haben, gibt es Meze beim Stamm-Griechen ums Eck. :-)

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