Tagebuch

Sonnabend, 18.02.2017

Treffpunkt mit Jana und den Mädels ist Bahnhof Berlin Südkreuz. Von da geht es dann mit der S-Bahn nach Schönefeld weiter. Viel Zeit für Unvorhergesehenes ist nicht, aber es klappt alles ohne Probleme. Wir kommen auf den Punkt an, nur damit der Flieger dann mit Verspätung startet. Obwohl wir alle ziemlich verstreut am Gang sitzen, bekommt man doch den ein oder anderen Blick auf die verschneiten Alpen.

Pünktlich halb sechs landen wir und bekommen die letzten Sonnenstrahlen mit. Den Mietwagen haben wir auch recht schnell, einen geräumigen Fiat 500L in schwarz. Nun machen wir noch einen Abstecher zum nächstgelegenen Supermarkt, was zum Samstag Abend eine recht nervige Angelegenheit ist. Gegen acht haben wir es dann geschafft und erreichen unsere Ferienwohnung in S’Estanyol, wo man schon auf uns wartet.

Die Wohnung ist schick, drei Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer mit offener Küche und mit allem ausgestattet, was man sich denken kann (...außer WLAN).

Unser Vermieter Miguel gibt uns noch ein paar Tipps zu den Restaurants im kleinen Ort. Wir folgen seinem Rat und kehren kurz drauf in einer kleinen Wirtschaft an der Hauptstraße ein.

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Sonntag, 19.02.2017

Nach dem Frühstück sind die Mädels nicht zu bewegen, irgendwie mal aus dem Knick zu kommen. So laufen Jana und ich einfach bei herrlichstem Wetter schon mal eine kleine Ortsrunde und schauen am Meer vorbei. Als wir uns dann beim Bäcker noch einen Kaffee bzw. Tee holen, kommen auch die drei endlich um die Ecke gestiefelt. Nun kann es losgehen. Unser Ziel ist das Kloster Lluc. Das steht auf Janas Liste ganz oben. Schon kurz nach unserem Ort kommen wir durch eine herrlich blühende Landschaft mit saftig grünen Wiesen, leuchtend gelben Blümchen und überall blühenden Mandelbäumen.

Es zieht sich, bis wir endlich im Norden ankommen. Erst halten wir für ein paar Besorgungen in Inca und kurz drauf in Calimari. Hier kehren wir in der kleinen Bar ein, wo ich 2012 nach einer Wanderung schon mal gefuttert habe.

Nach etlichen engen Serpentinen erreichen wir am Nachmittag endlich das Santuari de Lluc. Hier ist für diese Jahreszeit überraschend viel los. Aber kein Wunder, es ist ja auch Sonntag. Wir drehen eine ausgiebig Runde durch die riesige Anlage und laufen hoch zum Aussichtspunkt mit Kreuz oberhalb des Klosters. Nach einem Eis im Café geht es dann über Palma wieder zurück.

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Montag, 20.02.2017

Den Tag heute haben wir den Mädels versprochen. Das heißt Shopping in Palma. Nach dem Frühstück machen Jana und ich wieder Stopp am Bäcker und die Drei kommen nach. Das klappt recht schnell. Wie wir seit gestern wissen, hat man hier auf dem Hauptplatz des Ortes freies Wifi. :-)

Dann fahren wir nach Palma. Wir parken nahe am Bahnhof in einem der Parkhäuser und gehen erstmal auf die Suche nach einem Mittagshappen. Jana und ich haben nicht unbedingt Lust auf irgendwelche Ladenketten, die es in Deutschland auch an jeder Ecke gibt. Somit ist der Deal, die Mädels ziehen auf eigene Faust los, wir schlendern derweil durch die Altstadt und danach treffen wir uns am Placa Major. Das klappt prima, wir sitzen schön bei Kaffee und Eis in der letzten Sonne, als die Shoppingtour als erfolgreich beendet erklärt werden kann. Dann drehen wir zusammen noch eine Runde vorbei an der Kathedrale La Seu. Leider macht diese im Winter schon zeitig dicht, sodass ich mir das große Rundfenster diesmal nicht von innen anschauen kann.

Wir essen noch eine Kleinigkeit in einem Restaurant, bevor wir dann wieder in Richtung Ferienwohnung zurückfahren.

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Dienstag, 21.02.2017

Zum Brötchenholen beim Bäcker melden sich die beiden Großen sofort freiwillig und gehen sogar noch etwas zeitiger los, dank Wifi und Wh*ts*pp...

Nach dem Frühstück machen aber auch wir nochmal Stopp am Bäcker. Dann geht es über Sa Rapita nach Ses Covetes zum Strand. Heute ist strahlend blauer Himmel und nicht eine Wolke in Sicht. Die Mädels bleiben in der kleinen Bucht Es Trenc, während Jana und ich einen ausgiebigen Strandspaziergang am längsten Sandstrand der Insel machen. Es sind erstaunlich viele Leute unterwegs. Hier hätte ich mit weniger gerechnet. Aber das Wetter zieht wohl.

Die Gelegenheit ist günstig und ich hab vorsorglich Badehose und Handtuch einpackt. Das Wasser ist kalt, aber ich hab es mir schlimmer vorgestellt. Ich bin schnell drin, aber auch recht schnell wieder draußen.

Zum Mittagessen machen wir im kleinen Ort Campos Station. Nach einem kleinen Verdauungsrundgang geht es dann weiter in Richtung Felanitx. Wir versuchen eine Burg ausfindig zu machen, die im Reiseführer beschrieben ist. Allerdings haben wir einige Probleme mit der Orientierung und landen immer wieder in Sackgassen. Wir finden zwar keine Burg, aber kommen durch die herrlichste Landschaft. Die Idee, hier zur Zeit der Mandelblüte aufzuschlagen, war super. In einem letzten Versuch folgen wir der Beschilderung von Felantix aus und kommen schließlich zu einer Burg, wenn auch nicht zu derjenigen, die wir zuerst angepeilt haben. Hier scheitert die Einnahme der Festung, wie auch damals in Korfu, wieder am winterlichen Vorhängeschloss. ;-)

Auf dem Rückweg machen wir nochmal in Felanitx Halt. Am Abend gibt es dann in der Ferienwohnung Salat und Spaghetti.

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Mittwoch, 22.02.2017

Same procedure as every morning. Das Wetter ist auch heute wieder bestens. Wir ziehen in Richtung Norden. Diesmal nehmen wir den Pass nach Sóller - Serpentinen ohne Ende. Ich hab bei dem Gekurve Spaß, allerdings sind nicht alle Mägen im Auto begeistert. Und hinter Sóller geht es noch ein ganzes Stück so weiter. Die Straße nach Sa Calobra ist aber nichtsdestotrotz oder gerade deshalb spektakulär. Von Sa Calobra laufen wir durch die beiden kleinen Tunnel zur Schlucht Torrent de Pareis. Helena und Mia klettern etwas in den Felsen, der Rest schaut von unten zu bzw. muss Anweisungen geben, wie die beiden denn auch wieder hinunterkommen. Jana und ich laufen dann noch das kurze Stück weiter in die Schlucht hinein, bis das erste Warnschild kommt. Die unwegsameren Bereiche lassen wir einfach mal.

In einem Restaurant am Parkplatz nehmen wir einen Mittagsimbiss, bevor wir dann die lustigen Serpentinen wieder bergauf fahren und kurz am „Nus de sa Corbata”, dem Krawattenknoten stoppen. Der nächste Halt ist Sóller. Hier möchte Jana unbedingt in die Eisdiele, wo sie beim letzten Mal schon war. Das Eis ist lecker, aber verdammt teuer. Nach einer kleinen Runde durch den schönen Ort ist es dann auch dunkel. Anstatt nun die 1000 Kurven über den Pass im Dunkeln zu reißen, beschließen wir lieber den Fünfer Maut für den Tunnel zu zahlen und geradeaus zu fahren.

Am Abend gibt noch es einen kleinen Happen in der Ferienwohnung.

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Donnerstag, 23.02.2017

Zur Abwechslung lassen wir das mit dem Kaffee beim Bäcker heute mal, denn wir wollen etwas zeitiger starten. Auf dem Plan stehen heute die Tropfsteinhöhlen in Porto Cristo. Wir peilen die Führung um 12 Uhr an und sind etwas überrascht, dass es eine halbe Stunde früher auch eine Führung gibt. Da auch der Eintrittspreis irgendwie nicht zu dem passen will, was wir vorher recherchiert haben, wird uns spätestens in der Höhle klar, dass dies hier nicht die Cuevas del Drach, die Drachenhöhlen, sind. Wir sind in den Cuevas del Hams gelandet. Aber egal, diese hier sind auch sehr schick und sehenswert. Der Name „Höhlen der Angelhaken” kommt von den seltsam nach oben verzweigenden Tropfsteinsäulen. Der einzige Wermutstropfen, wir haben uns alle auf die Bootsfahrt auf dem See in der Höhle gefreut. Ein Boot gibt es hier zwar auch, jedoch kann man nur zuschauen. Egal, gelohnt hat es sich trotzdem!

Da wir schon mal in Porto Cristo sind, drehen wir natürlich noch eine kleine Runde im Ort. Die Mädels bleiben am Strand, Jana und ich spazieren ein kleines Stück.

Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Norden, da ich Jana auf jeden Fall den schönen, kleinen Ort Alcúdia zeigen möchte. Wir laufen durch die Innenstadt und treffen promt eine Freundin von Jana, die mit ihrer Tochter auch spontan auf Mallorca unterwegs ist. Es gibt einfach keine sieben Milliarden Leute auf der Welt! Die schicken einem immer die selben Statisten vor die Optik! ;-)

Auf dem Rückweg biegen wir kurzentschlossen nach Pollença ab. Hier war Jana vor zwei Jahren, dafür kenn ich es noch nicht. Nach einmal Treppensteigen hoch zur Eglésia del Calvari kehren wir am Fuß des Treppenweges in eine kleine Tapasbar ein. Obwohl es mittlerweile dunkel ist, sitzen wir immer noch draußen und finden es nicht zu kalt.

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Freitag, 24.02.2017

Heute müssen Jana und ich tapfer sein. Mit den Mietwagenpapieren gab es Werbung und Gutscheine für das Palma Aquarium. Die Kinder waren natürlich gleich Feuer und Flamme. Da wir die letzten Tage die Ausflugsziele vorgegeben haben, bekommen heute die Drei ihren Willen. Die SeaShepherd-Jacke lass ich allerdings im Auto...

Das Aquarium ist auf jeden Fall geeignet um etwas weniger „wasseraffinen” Leuten mal einen kleinen Einblick in die Farben- und Formenvielfalt unter Wasser zu geben. Mir waren es aber deutlich zu viele Lebewesen auf zu engem Raum und zu kommerziell. Naja, wenigstens gab es keine Delfine.

Für die zweite Tageshälfte übernehmen Jana & ich das Ruder wieder. Wir fahren über Andratx zur westlichsten Ecke Mallorcas, nach Sant Elm. Hier machen wir mit Julia zu dritt eine kleine Wanderung zu einem alten Wachturm über der Cala d’en Basset mit Blick auf die Insel Dragonera. Heli und Mia sind dafür überhaupt nicht zu motivieren, also bleiben die beiden mit Geld für ein Eis einfach am Spielplatz neben dem Strand.

Am späten Nachmittag fahren wir wieder zurück. Über Palma geht es nach Llucmajor. Die Nachbarstadt unseres Dorfes haben wir uns schon die ganze Woche vorgenommen, aber noch nicht geschafft. So kehren wir hier zum Abschluss unseres Urlaubs nochmal in ein Tapas-Restaurant ein. Das Essen ist lecker.

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Sonnabend, 25.02.2017

Am Morgen packen wir unseren Kram zusammen und bringen die Ferienwohnung wieder halbwegs in den Ausgangszustand. Mit der Elektroheizung waren wir wohl sparsam, da wir ⅔ unserer Anzahlung von Miguel zurückbekommen.

Nach einer letzten Runde durch S’Estanyol fahren wir zur Mietwagenrückgabe. In den paar Tagen auf der Insel haben wir immerhin 1071km mit dem Auto zurückgelegt.

Bis zum Start der irischen Maschine mit den Rubbellosen ist noch Zeit, die wir uns auf dem Flughafen um die Ohren schlagen. Obwohl der Flieger wieder proppevoll ist, haben wir diesmal mehr Glück mit den Plätzen und sitzen alle nebeneinander.

Am Nachmittag treffen wir dann wieder in Berlin auf. Wir vertreiben uns die Zeit mit Waffeln essen und einem Besuch im Kumpirhaus zum Abendessen. Das wird wohl heute der erstmal letzte Abend zusammen in Berlin sein. Die Vier fahren morgen mit dem Zug zurück. Aber auch für mich ist es nicht mehr lange hin, ab kommendem Mittwoch habe ich eine neue Anstellung in Dresden...