Rückblick
„Wenn Jemand eine Reise thut, so kann er was verzählen.” schrieb ein Herr Matthias Claudius schon 1774 oder vielleicht auch 1786 auf. Es stimmt aber auch heute noch, denn es gab bei uns wieder einmal etwas vorher noch nie Dagewesenes. Es bleibt hoffentlich auch einmalig. Die Chance, dass ich in Zukunft nochmal einen Flug wegen Nichtigkeiten verpasse, ist wohl auch recht gering. Hatte ich jetzt mal, brauch ich nicht noch einmal. ;-)
Allerdings hat dies ja wenig mit Marokko an sich zu tun, da wir uns das eher selbst zuschreiben müssen.
Da ich zu Beginn der Idee mit Marokko nicht viel über das Land wusste, hatte ich mir auch nicht viele unerreichbare Erwartungen gesetzt, sondern bin recht unvoreingenommen aufgebrochen. Um es vorwegzunehmen, es war rundherum super. Abseits der touristischen Hauptpfade kann man ein sehr gastfreundliches und spannendes Land erleben. Mit Sicherheit werden auch etliche Klischees bedient, vom Schlangenbeschwörer auf dem Djemaa el-Fna in Marrakesch zu den handelseifrigen Berbern, die einem die eigene Oma verkaufen können. Wie überall gilt, man muss sich einfach darauf einlassen, auch wenn zum Beispiel das Feilschen nun wirklich unser Ding ist. (Vermutlich hat der ein oder andere Händler ein wirklich herausragendes Geschäft gemacht.)
Die anfängliche Idee sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen zu wollen, haben wir zum Glück schnell verworfen. Mit einem Mietwagen unterwegs zu sein, war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.
Unsere Unterkünfte waren recht unterschiedlich, aber alles in allem gab es außer ein paar Nebensächlichkeiten nicht viel auszusetzen.
Das Essen war spitze und vor allem waren es wieder die unverhergesehene Momente, wie die Topf-Guck-Aktion in Aït Baha, die das echte Marokko auf den Teller bringen.
Einzig Marrakesch konnte im ersten Eindruck nicht punkten. Aber auch hier kommt es auf die Vorbereitung und Erwartung an. So waren der Abgasgestank und das wirre Gewusel am zweiten Tag nur noch eine Randnotiz und wir bekamen eine super spannende, pulsierende Stadt zu sehen. Auf jeden Fall wäre es jetzt interessant, einmal die anderen Königsstädte Fès, Meknès und Rabat zu erkunden.
Mit anderen Worten, Marokko hat Lust auf mehr gemacht und wir kommen gerne wieder!