Tagebuch Polen 2021 (Eintrag 1 von 3)

Von Dresden quer durch Polen in die Masuren

Sonnabend, 07.08.2021

Ein paar Sachen müssen am Morgen noch gepackt werden. Um zehn ist dann der ganze Krempel (und das ist erschreckend viel!) im Auto und wir können starten.

Es geht zunächst auf der Autobahn in Richtung Cottbus und bei Guben über die Grenze nach Polen. Die Fahrt über die Landstraße ist recht entspannt und verläuft ziemlich unspektakulär. Gegen halb zwei erreichen wir Zbąszyń (Bentschen), wo es einen schönen See geben soll. Nach einem kleinen Mittagsimbiss stürzen wir uns auch in die Fluten, obwohl es recht windig ist und nicht unbedingt sommerlich heiß. Consti hat auf jeden Fall am meisten Spaß. Nach einem zweiten Badegang machen wir uns auf den Weg zu unserem eigentlichen Etappenziel Nowy Tomyśl (Neutomischel). Das Hotel Atrium macht schon mal einen sehr gediegenen Eindruck. Wir erkunden noch kurz die kleine Innenstadt. Nowy Tomyśl hat wohl viel mit Korbwaren zu tun und so gibt es einige dekorative Weidenflechtskulpturen im Park. Nach dem Abendessen in einem Restaurant am Markt geht es recht zeitig ins Hotel und in die Betten.

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Sonntag, 08.08.2021

Das Frühstücksbüfett im Hotel ist ganz passabel und wir futtern uns ordentlich satt. Um zehn sind wir abfahrbereit. Zum Baden ist es heute zu kühl und so geht es zum Eisenbahnmuseum ins ca. 25km entfernte Wolsztyn (Wollstein). Nicht nur Consti schaut sich alles interessiert an. Zu Fuß geht es dann weiter zu einem Freilichtmuseum mit polnischen Bauernhäusern und einer imposanten Windmühle.

In einem Restaurant am Jezioro Wolsztyńskie machen wir Mittagspause und danach geht es noch etwas am schönen See entlang. Wir landen auf einem Volksfest mit Hüpfburgen, sehr zu Constantins Gefallen. Obwohl es recht frisch ist, nimmt Consti einige andere Kinder zum Vorbild und springt auch in den See. Dann geht es zurück zum Auto und wieder nach Nowy Tomyśl. So richtig schlimm finden wir es nicht, dass es mittlerweile für das Korbflechtmuseum zu spät ist und so kehren wir nur noch in der kleinen Pizzeria neben dem Hotel ein. Von Pfifferlingpizza, Salat und Schlumpf-Eierkuchen sind am Ende alle satt. Junior ist total knülle und ruckzuck eingeschlafen.

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Montag, 09.08.2021

Am Morgen ziehen wir weiter. Die Strecke ist nicht allzu lang, es soll nur bis Poznań (Posen) gehen, wo wir die nächsten beiden Nächte bleiben wollen. Dort angekommen, fahren wir nur mal am Hotel vorbei, denn rein kommen wir sowieso noch nicht. Das Ziel ist der etwa 15km außerhalb gelegene Delipark, ein Freizeitpark mit etlichen Hüpfburgen, Spielplätzen und einem schönen Baumkronenpfad. Consti ist absolut in seinem Element und kann sich austoben.

Gegen halb fünf fahren wir zurück nach Poznań, um im Hotel einzuchecken und danach die Altstadt unsicher zu machen. Nach einer großen Runde vorbei am Residenzschloss, dem Markt und etlichen Gassen suchen wir uns ein Restaurant mitten in der Fußgängerzone. Die Karte bietet alles Mögliche, von Pizza, Nudeln mit Tomatensoße und Trüffel-Tagliatelle mich. Als wir zurück zum Hotel laufen, dämmert es bereits.

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Dienstag, 10.08.2021

Das Frühstück soll es heute beim Bäcker geben. Wir schaffen es aber nur in eines der Hipster-Cafés mit sehr lustigen Kreationen, wie Foccacia mit getrockneten Orangen, Mozzarella und Fenchelsamen.

Das Wetter mag am Morgen noch nicht so recht mitspielen - es regnet. Der Schauer ist aber schnell vorbei und wir fahren mit der Straßenbahn zum Maltasee. Hier gibt es eine Parkeisenbahn und Consti ist natürlich sofort dabei. Die Bahn fährt zum Zoo, was ungefähr 10 Minuten dauert. Hier angekommen, fängt es allerdings an zu schütten und so treten wir auch gleich wieder die Rückfahrt an. Obwohl nicht weit, ist es am Ausgangspunkt komplett trocken. So laufen wir noch etwas am See entlang und steigen dann in die nächste Straßenbahn Richtung Zentrum.

Am Marktplatz von Poznań ist uns nach einem Eis zumute. Allerdings gibt es im Eiscafé keinen freien Tisch. So ziehen wir weiter, finden aber unter den 1000 Restaurants nicht noch eine Eisdiele. So muss es im zweiten Anlauf klappen. :-)

Als Nächstes schauen wir zum Citadel Park. Hier gibt es ein Militärmuseum mit viel sowjetischem Altmetall und als schönen Kontrast dazu, ein kunterbunt zugewachsenes Café nebenan. Nach einer großen Runde durch den Park geht es zurück in die Innenstadt, wo wir in ein Restaurant mit allen möglichen Piroggen ansteuern. Sowohl Piroggen als auch die Kartoffelpuffer mit Pilzen sind lecker!

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Mittwoch, 11.08.2021

Heute darf uns das Hotel das Frühstück kredenzen, bzw. machen wir das selbst am Büfett. Nix Besonderes, aber dafür futtert Consti wie eine siebenköpfige Raupe. Lohnt sich! ;-)

Wir verlassen Poznań und fahren etwa eine Stunde nach Biskupin, wo es ein prähistorisches Dorf zu besichtigen gibt. Das Ausgrabungsgelände ist riesig. Die ausgegrabenen Siedlungen stammen aus der Eisenzeit bis Spätbronzezeit, 700..400 v.Chr. Das Ganze wurde 1933 von einem polnischen Lehrer entdeckt und ist heute ein rekonstruiertes Museumsdorf. Der Abstecher hierher hat sich gelohnt, denn es ist ziemlich spannend und auch Consti staunt nicht schlecht.

Wir genehmigen uns eine Kleinigkeit zu Mittag und dann geht es weiter nach Bydgoszcz (Bromberg). Hier haben wir ein Hostel gebucht, was ziemlich im Zentrum liegt. Bevor wir dort einchecken können, dauert es noch und wir nutzen die Zeit für eine erste Erkundungsrunde zur Altstadt und Mühleninsel. Die Stadt ist überraschend schön und recht schick zusammengerichtet. Dann geht es zum Hostel. Das Zimmer im imposanten Altbau ist einfach, hat aber alles, was man braucht.

Die nächste Runde bringt uns wieder zur Mühleninsel. Zum Abendessen landen wir in einem Restaurant direkt am Mühlenkanal. Auf der polnisch & indischen Speisekarte finden wir alle etwas. Dann schlendern wir zurück zur Unterkunft, wo Consti nicht lange zum Einschlafen braucht.

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Donnerstag, 12.08.2021

Da wir hier nur eine Nacht bleiben, geht es morgens schon wieder ans Packen. Nachdem das ganze Zeug im Kofferraum ist, gibt es Frühstück im besten Café am Platz. Leider gibt es im Caffe Zimmer seit Corona das im Reiseführer angepriesene Kartoffelbrot nicht mehr. Was wir serviert bekommen, ist dennoch sehr gediegen und lecker: Rührei, Spinat-Crêpe und ein Himbeer-Nutella-Crêpe. Consti schlürft an seinem Smoothie und meint: „Ich bin im Urlaub. So genießt man Urlaub!”

Wieder in der Altstadt wollen wir eigentlich mit dem Wassertaxi fahren, was offizieller Teil des öffentlichen Nahverkehrssystems von Bydgoszcz ist. Leider sind aber alle Fahrten bis zum Abend ausgebucht. Daher chartern wir kurzerhand eine der privaten Bootstouren und erkunden die Stadt nochmal vom Fluss Brda (Brahe) aus.

Nachdem Consti nochmal Energie auf dem Spielplatz gelassen hat, geht es mit dem Auto in Richtung Iława (Eylau). Die Schnellstraße S5 dahin ist eine einzige Baustelle und das Vorankommen ist eher zäh. Gegen drei Uhr erreichen wir das angepeilte Zwischenziel, einen Badestrand bei Iława. Es ist nicht so warm und sommerlich, wie erhofft, zum Baden-gehen langt es aber allemal. Dann schauen wir mal nach dem Hotel Taverna. Das macht richtig was her, direkt am Wasser gelegen, gediegenes, geräumiges Zimmer und sogar Consti hat heute sein eigenes Reich. Da das Mittagessen heute ausgefallen ist, haben alle gut Hunger und wir entscheiden uns für die nächstbeste Pizzeria.

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Freitag, 13.08.2021

Natürlich haben wir in diesem schnieken Hotel auch mit Frühstück gebucht, was wir auf der sonnigen Terrasse mit Seeblick genießen. Hier hätte man es durchaus länger ausgehalten, aber wir checken auch schon wieder aus. Bevor wir weiterfahren, drehen wir aber noch eine Runde durch den Ort. Wir kommen nicht mehr am Tretautoverleih vorbei, ohne Consti eine Runde zu gönnen. Er hat gestern Abend schon gedrängelt. So richtig viel zum Anschauen gibt es in Iława vergleichsweise nicht, sodass wir weiterziehen. Nächster Stopp: Supermarkt, um schon mal eine Grundausrüstung für die Bootswoche zu bunkern. Dann geht es weiter nach Giżycko (Lözen). Der Weg zieht sich, es sind doch nochmal 2½ Stunden Fahrt, erst auf der Schnellstraße, später dann mit viel Gekurve. Wir kommen durch den kleinen Ort Sorkwity, wo meine Freundin vor Jahren schon mal eine Paddeltour gemacht hat.

In Giżycko angekommen haben wir schnell die angegebene Adresse. Die Anmeldung für den Zeltplatz ist schon schwieriger zu finden. Der Zeltplatz ist Teil der Port Lok Marina und wir checken beim etwas griesgrämigen Bosman (Hafenmeister) ein. Bevor wir das Zelt aufbauen, gibt es erstmal eine Kleinigkeit zu Mittag. Dachte ich. Das bestellte Pilzbaguette kommt in voller Länge.

Nach dem Zeltaufbau springen Consti und ich erstmal in den See, da der Wetterbericht für die nächsten Tage nicht viel Sommer vorhersagt. Wir drehen auch schon mal eine Runde durch die Marina, aber so richtig können wir noch nicht ausmachen, ob unser Boot schon mit hier zwischen den ganzen Yachten dabei ist.

Anschließend erkunden wir den Ort, der aber mit seinen unzähligen Schickimicki-Discos, in denen sich die polnische Schickeria tummelt, bei uns nicht wirklich punkten kann. Etwas abseits der Kanalmeile sieht es schon besser aus. Hier finden wir auch ein Restaurant mit leckerem Essen, Kartoffelpfannkuchen mit Rahm, Pilzen und Dill. Saulecker (auch wenn ich noch nicht wirklich wieder Hunger hab).

Der Abend bzw. die Nacht im Zelt wird allerdings anstrengend. Es sind mindestens drei Open-Air-Discos in der Nähe, die eine Kakofonie aus an sich schon schlechter Musik erzeugen.

Tagebuch Polen 2021 (Eintrag 1 von 3)